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Interview Henning Fastrich & Martin Schultze zum Bau des Nationalen Hockey-Trainingszentrums in Mönchengladbach

DHB-Präsident Fastrich: "Unsere gemeinsame Vision ist es, ein Leistungszentrum für den deutschen Hockeysport zu schaffen, um unsere Stellung als erfolgreichste deutsche Mannschaftssportart weiter zu festigen."

05. March 2026

Am Rande des Spatenstichs für das Nationale Hockey-Trainingszentrum in Mönchengladbach haben DHB-Präsident Henning Fastrich und DHB-Sportvorstand Martin Schultze im Interview über die Visionen der beiden für das Projekt, den möglichen Wettbewerbsvorteil und über den Austausch mit Ministerpräsident Hendrik Wüst gesprochen.

Wie sehr steigt mit dem Spatenstich für das NHTZ nun die Vorfreude auf das, was kommt? 

HF: Sehr, natürlich hat das Projekt jetzt auch schon einen gewissen Vorlauf und wir haben der Öffentlichkeit bereits bei der Europameisterschaft 2025 Einblicke in die Pläne für das NHTZ gegeben. Das markiert allerdings nun den Startschuss für ein Meilensteinprojekt für unseren Verband und den Hockeysport in Deutschland.  

Jetzt hast du bereits vorweggenommen, welche Bedeutung dieses Projekt darstellt. Welche Vision hattet ihr bzw. habt ihr mit diesem Projekt? 

HF: Als sich herauskristallisiert hat, dass sich die Gelegenheit für den Bau in Mönchengladbach bietet, waren wir begeistert. Dabei ist es mir wichtig zu betonen, dass dieses Projekt auf die Initiative und das große Engagement meiner Vorgänger im Präsidentenamt sowie vieler Visionäre aus der Stadt Mönchengladbach und dem Deutschen Hockey-Bund zurückgeht. Sie haben dieses außergewöhnliche Vorhaben vor rund acht Jahren aus der Taufe gehoben und mit viel Stehvermögen vorangetrieben. Unsere gemeinsame Vision ist es, ein Leistungszentrum für den deutschen Hockeysport zu schaffen, dass die sehr gute Entwicklung der letzten Jahre weiter unterstützt und unsere Stellung als erfolgreichste deutsche Mannschaftssportart weiter festigt. Gleichzeitig stärkt das Projekt den Hockey-Standort Mönchengladbach und bringt die Hockey-Familie an einem Ort zusammen, an dem wir das Wir-Gefühl im Leistungssport weiter fördern können. 

MS: Meine Vision war schon immer all unseren Auswahlmannschaften die bestmöglichen Trainingsbedingungen zu bieten. Dieses Angebot können wir mit dem NHTZ schaffen. Das NHTZ kann die Grundlage schaffen für weitere Medaillen bei Olympischen Spielen und bei Welt- und Europameisterschaften unserer A-Kader mit besseren Trainingsbedingungen für alle Teams. Mit dem Trainingszentrum wollen wir unsere Talente fördern und Maßstäbe im internationalen Hockey setzen. Denn ein vergleichbares Hockey-Trainingszentrum gibt es außerdem nur noch an einem weiteren Standort in Australien. 

Ihr habt beide die Stärkung bzw. die nachhaltige Weiterentwicklung des Hockey-Standorts Mönchengladbach angesprochen. Stellt diese Unternehmung auch ein Bemühen dar, die Position des deutschen Hockeys in der Weltspitze weiter zu festigen? 

MS: Natürlich, wir versprechen uns dadurch auch einen infrastrukturellen Vorteil und haben ein großes Interesse an unserem Projekt vonseiten anderer großer Hockeyverbände registriert. Ich bemerke, dass dieses Projekt auch bei anderen Verbänden genau beobachtet wird und gegebenenfalls auch Nachahmer finden wird.

Welche infrastrukturellen Voraussetzungen finden die Spielerinnen und Spieler im NHTZ vor? 

MS: Konkret bietet die Sportschule 48 Zimmer für Übernachtungen plus moderne Schulungs- und Seminarräume. Außerdem bietet der Fitnessbereich mit Flächen für Krafttraining und Physiotherapie optimale Bedingungen für unsere Athleten. Die Kaltlufthalle, neben dem Stadion, ermöglicht auf einer Fläche von knapp 11.000 Quadratmetern ein ganzjähriges Training unter Wettkampfbedingungen – mit Rasenheizung, modernem Bewässerungssystem und einem Kunstrasen nach olympischem Standard. Das NHTZ soll ein Zuhause für Leistung, Gemeinschaft und Entwicklung sein. 

HF: Das Leistungszentrum bietet in allen Bereichen Infrastruktur auf höchstem Niveau. Es verbindet optimale hockeyspezifische Voraussetzungen – beispielsweise einen ganzjährig überdachten Hockeyplatz – mit modernen medizinischen und athletischen Trainingsmöglichkeiten. Darüber hinaus bieten Kommunikations- und Aufenthaltsflächen ideale Voraussetzungen für Austausch und Gemeinschaft. Der Standort Mönchengladbach, in direkter Nachbarschaft zum Stadion im Hockeypark, wo unsere A-Nationalmannschaften im vergangenen Sommer Europameister und Vize-Europameisterinnen wurden, eröffnet unseren jungen Talenten große Perspektiven. Sie trainieren auf demselben Gelände wie ihre Vorbilder und können sich unter besten Voraussetzungen zu zukünftigen Nationalspielerinnen und Nationalspielern entwickeln.  

Vermutlich gab es die Idee für dieses Projekt schon länger. Was hat den Ausschlag gegeben für die Umsetzung?  

HF: Überlegungen dazu gab es tatsächlich immer wieder. Aufgrund der Möglichkeit der öffentlichen finanziellen Unterstützung durch das Land NRW und die Stadt Mönchengladbach sind wir nun in die Lage versetzt worden, dieses Projekt gemeinsam umzusetzen. Für diese Unterstützung sind wir dem Land NRW, der Stadt Mönchengladbach und der Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach (EWMG) sehr dankbar. Unter Federführung der EWMG wird der Bau des NHTZ nun Realität.  

Henning, im Anschluss zum Spatenstich hast du dem NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst eine Tour über das Gelände am Hockeypark gegeben und anschließend ein angeregtes Gespräch mit dem Ministerpräsidenten geführt.  

HF: Für uns ist es wichtig, auch in Zukunft große internationale Turniere nach Mönchengladbach zu holen. Mit Ministerpräsident Wüst hatten wir die Möglichkeit, verschiedene Themen zu diskutieren, die sich beispielsweise aus den veränderten Rahmenbedingungen für die Ausrichtung von Großveranstaltungen ergeben und bei denen die Unterstützung des Landes eine wichtige Rolle spielt. Herr Wüst zeigte sich sehr interessiert an der Entwicklung des Deutschen Hockeybundes und nimmt verschiedene Themen aus unserem Gespräch mit in die Staatskanzlei. Gemeinsam wollen wir daran arbeiten, dass Olympische Spiele – ob 2036, 2040 oder 2044 – wieder nach Deutschland kommen. 

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