U21-Europameisterschaft 2026 in Valencia
Zweimal Edelmetall - Der Rückblick zur U21-EM 2026 in Valencia
03. August 2026
Beide U21-Nationalmannschaften haben mit Platz 2 der männlichen U21 und Platz 3 der weiblichen U21 in Valencia ein besseres Ergebnis eingefahren als 2024 und beide Teams blicken zurück auf eine sehr positive Woche bei der U21-EM 2026.
Die weibliche U21 hatte einen durchwachsenen Start in die Gruppenphase und mühte sich zu einem 1:0-Sieg gegen Irland. Vor allem im Spielaufbau gegen eine tiefstehende irische Mannschaft taten sich die deutschen Juniorinnen schwer und wurden schließlich durch ein Eckentor von Franziska Pabsch erlöst. Im zweiten Gruppenspiel hatte die wU21 einen schweren Start in die Partie und lag früh 0:2 zurück gegen Belgien. In der zweiten Halbzeit zeigte die Mannschaft eine extreme Leistungssteigerung und spielte attraktives und begeisterndes Hockey. Zwei technisch anspruchsvolle Highlight-Tore brachten noch den Ausgleich und einen Punkt gegen den besten Gruppengegner Belgien. Im letzten Gruppenspiel tat die deutsche Mannschaft noch einiges für das Torverhältnis, die sieben erzielten Tore gegen Wales reichten aber nicht für den Gruppensieg und somit stand fest, dass die deutsche U21 bereits im Halbfinale auf die favorisierten Niederländerinnen treffen würden.
Die junge weibliche U21 mit vier Spielerinnen des U18-Jahrgangs 2008 und einer Spielerin aus dem Jahrgang 2009 musste sich in diesem Spiel mit 0:4 geschlagen geben. Die Niederländerinnen zeigten die besser eingespielte Mannschaft waren und die deutsche Mannschaft konnte sich nur wenige klare Torchancen erspielen. Im Rematch gegen Belgien im Spiel um Platz 3 überzeugten die deutschen Juniorinnen umso mehr und gewannen deutlich und verdient mit 3:0, um sich dadurch den 3. Platz bei der EM in Valencia zu sichern. Zusätzlich zu der Bronzemedaille nahm die weibliche U21 außerdem die persönliche Ehrung für die beste Torhüterin, Klara Batschko, mit nach Hause, nachdem Batschko vor allem im Halbfinale gegen die Niederlande über sich hinausgewachsen war.
Die männliche U21 hatte mit Belgien und Frankreich kein einfaches Auftaktprogramm in die EM-Gruppenphase. Das Auftaktmatch gegen die Belgier konnte gleich jeden neutralen Hockeyfan begeistern und die beiden Mannschaften begegneten sich bereits auf sehr hohem technisch und taktischem Niveau. Das Spiel entwickelte sich vor allem in der zweiten Hälfte zu einem offenen Schlagabtausch mit dem besseren Ende für die deutsche Mannschaft durch den 2:1-Siegtreffer von William Sanda. Mit dem 4:1-Sieg gegen Frankreich nach einer souveränen Vorstellung sicherten sich die deutschen Junioren bereits nach dem zweiten Gruppenspiel den Halbfinaleinzug. Nicht hoch genug war diese Leistung der deutschen Mannschaft einzuschätzen nach zahlreichen kurzfristigen krankheits- und verletzungsbedingten Ausfällen, die mit der Einwechslung des Ersatztorhüters Julijan Cerkez als Feldspieler in den letzten Minuten der Partie seinen Höhepunkt fanden. Das letzte Gruppenspiel gegen die Schweiz konnte das Team von Trainer Mirko Stenzel nutzen, um das Torverhältnis mit dem 9:0-Sieg zu verbessern.
Im Halbfinale stand Deutschland Spanien gegenüber und war auch in diesem Spiel lange Zeit die bessere Mannschaft. In den letzten fünf Minuten des Spiels verspielte das deutsche Ensemble allerdings noch eine sicher geglaubte 3:1-Führung und die Spanier zwangen die Deutschen in das Penalty Shootout. Das Shootout war genauso wie die letzten Minuten der regulären Spielzeit an Dramatik nicht zu überbieten und insgesamt neun von zwölf Penalty-Schützen konnten nicht verwandeln. Ben Hasbach brachte dann am Ende mit seinem zweiten verwandelten Penalty im Sudden Death-Shootout die Entscheidung zugunsten Deutschlands, nachdem Keeper Jasper Ditzer die Mannschaft mit seinen Saves im Shootout noch im Rennen gehalten hatte. Die ausbaufähigste Turnierleistung zeigte die männliche U21 dann leider im Finale und musste sich mit 1:4 den Niederländern geschlagen geben. Oranje zeigte sich sehr effizient vor dem deutschen Tor und Deutschland tat sich schwer den Weg in das niederländische Tor zu finden. Das Ergebnis war ernüchternd, die deutschen Leistungen über das ganze Turnier hinweg aber goldwürdig. Neben der Silbermedaille nahm die männliche U21 Deutschlands mit der Auszeichnung für den Torschützenkönig Ben Hasbach, der alleine im Halbfinale an allen (fünf) Treffern beteiligt war, auch noch eine persönliche Trophäe mit nach Hause.
Beide deutschen Teams haben ihr enormes Potenzial in großen Teilen auch auf dem Platz gezeigt und mussten sich beide nur gegen die Titelträger aus dem Nachbarland geschlagen geben. Im Hinblick auf die Zukunft des deutschen Hockeys, die die U-Nationalmannschaften, darstellen, muss man sich auch aufgrund der erfolgreichen Sommerturniere der U16- und U18-Nationalmannschaften keine Sorgen machen und das eine oder andere Talent dieser U21-Nationalmannschaften wird möglicherweis schon bei den A-Kadern zu den Olympischen Spielen 2028 vertreten sein. Davor stehen Ende 2027 die U21-Weltmeisterschaften für diese Altersklasse als Nächstes auf dem Programm. Bei der Weltmeisterschaft der A-Nationalmannschaften, die unmittelbar vor der Tür steht (15.-30.08.), haben mit Justus Warweg, Friederike Heusgen, Lynn Krings, Emilia Landshut und Johanna Hachenberg bereits fünf Spieler*innen, die im Dezember 2025 noch an der U21-WM teilgenommen haben, den Weg in die A-Kader gefunden.
Nicht nur deutsche AthletInnen waren vertreten, sondern auch vier deutsche Offizielle wurden vom europäischen Hockeyverband für die Spiele in Valencia berufen. Ole Ingwersen und Alia Raude waren als Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterin im Einsatz, Daniel Gass als technischer Delegierter und Benedict Spermoser als Judge.