U21-Europameisterschaft 2026 in Valencia
Weibliche U21 verliert EM-Halbfinale gegen die Niederlande deutlich mit 0:4
31. July 2026
Im EM-Halbfinale muss sich die weibliche U21-Nationalmannschaft deutlich mit 0:4 gegen die Niederlande geschlagen geben.
Torschützinnen:
0:1 Imke Verstraeten (17. Minute)
0:2 Imke Verstraeten (7m, 36.)
0:3 Veere ter Horst (49.)
0:4 Imke Verstraeten (7m, 56.)
Die erste Hälfte:
Die Partie begann mit offenem Visier auf beiden Seiten und es wurde sich nicht lange im Mittelfeld aufgehalten. Nach der ersten Torannäherung von Deutschland in der 7. Minute, bekam Keeperin Klara Batschko eine Minute später nach einer Strafecke das erste Mal etwas zu tun und entschärfte den Eckenabschluss von Katerina Langedijk. Im Anschluss konnte sich Batschko im ersten Viertel noch zweimal auszeichnen und hielt eine weitere Ecke von Langedijk sowie einen Abschluss von Juul Sauer kurz vor der Viertelpause.
Die Niederländerinnen begannen das zweite Viertel, wie sie das erste beendet hatten, und erzielten in der 17. Minute den 1:0-Führungstreffer. Konnte Batschko kurz zuvor noch den Abschluss von Iris de Kemp reaktionsschnell parieren, konnte sie den Abschluss der niederländischen Kapitänin Imke Verstraeten nicht mehr entscheidend ablenken. Die Abstände im deutschen Mittelfeld wurden zunehmend größer und die Niederländerinnen nutzten das aus. Bei der nächsten niederländischen Großchance gelang es dem deutschen Gegner mit einem weiten Schlenzer Maud van der Heuvel, die nur noch Keeperin Batschko vor sich hatte anzuspielen. Batschko hatte den Pass gut antizipiert, setzte van der Heuvel in deren Rücken unter Druck und hechtete erfolgreich nach dem Ball, nachdem van der Heuvel über die argentinische Rückhand zum Abschluss gekommen war. Die deutsche Mannschaft kämpfte sich aber jetzt besser ins Spiel und kam vor der Halbzeitpause noch zu einer Reihe von Chancen. Charlotte Hendrix prüfte Phileine Hazen, die niederländische Torhüterin, erstmals nach einer Strafecke. Die nächste Strafecke brachte die erste Großchance für Deutschland und Emelie Tödters Abschluss traf den Pfosten. Den gefährlichen Nachschuss konnte eine niederländische Verteidigerin auf der Linie klären und der deutschen Mannschaft fehlte nicht viel zum Ausgleich vor der Pause.
Die zweite Hälfte:
Im dritten Viertel hatte der deutsche Gegner aber von Beginn an wieder die klareren Torchancen. In der 36. Minute fälschte Batschko einen scharfen Abschluss nach einer Strafecke unglücklich auf den Körper von Ella Förtsch, die im Tor neben Batschko stand, ab und die Unparteiischen entschieden daher auf Siebenmeter. Tobias Jordan, Trainer der weiblichen U21, beorderte zwar Franziska Hagen anstatt Batschko für den Siebenmeter ins Tor, Hagen konnte den Treffer zum 0:2 aus deutscher Sicht durch Verstraeten aber nicht verhindern. Die 39. Minute brachte eine weitere Großchance für die Niederländerinnen, Batschko zeigte bei dem niederländischen Abschluss per argentinischer Rückhand auf das kurze Eck eine Monster-Parade, indem sie reaktionsschnell den rechten Schlägerarm hochriss und den Ball ins Aus abfälschte. Die Deutschen hatten durch Ella Förtsch kurz vor der Viertelpause noch eine Torannäherung. Förtsch konnte aus kurzer Distanz aber nicht genug Druck hinter den Ball entwickeln.
Die deutsche U21 tat sich im Spiel insbesondere schwer die niederländischen Reihen von hinten zu überspielen und Chancen entstanden vor allem aus Einzelaktionen, bei denen es einer deutschen Spielerin gelang eine oder zwei Gegenspielerinnen auszuspielen. Genauso leitete Förtsch auch direkt nach Wiederanpfiff eine Chance für Deutschland ein, Annika Schönhoff kam aber nicht entscheidend zum Abschluss. Die Niederländerinnen antworteten prompt auf der anderen Seite mit dem Treffer zum 3:0 durch Veere ter Horst, nachdem Lotte Ruts mit einem Pass das gesamte Mittelfeld überspielen konnte und ter Horst den Angriff vollendete. Kurz darauf hatte Maxi Green einen Stockfehler im Spielaufbau und die niederländische Stürmerin Lieve Wijckmans lief alleine auf Batschko zu, die bei Wijckmans Abschluss im Liegen noch die linke Hand an den Ball bekam und diesen dadurch ins Aus lenkte. Eine weitere Großchance für die Niederländerinnen folgte in der 52. Minute, aber Batschko parierte den Abschluss von Dymph Luttge erneut. Der 0:4-Treffer entstand aus einer weiteren möglicherweise hochkarätigen Chance für die deutschen Nachbarn, aber Julia Schedl stand beim Abschluss von Wijckmans aus zentraler Position im Weg und die Unparteiischen entschieden auf Siebenmeter mit der Begründung Schedl hätte bei dem Versuch den Ball mit der Rückhand abzuwehren den Ball absichtlich mit der runden Seite gespielt. Den folgenden Siebenmeter verwandelte Verstraeten und der Treffer markierte auch den 4:0-Endstand für die Niederlande.
Die Szene des Spiels:
Die Parade von Torhüterin Klara Batschko in der 39. Minute, in der sie einen Ball hoch auf das kurze Eck bekommt, den Abschluss erst spät sehen kann, weil eine deutsche Verteidigerin ihr den Weg versperrt und sie aber reaktionsschnell den Einschlag verhindert. Dabei war das nur eine von vielen großartigen Paraden von Batschko, die eine höhere deutsche Niederlage verhindern konnte, an diesem Tag.
Die Stimmen zum Spiel:
Trainer Tobias Jordan: "Am Ende müssen wir uns verdient geschlagen geben. Der Gegner war in allen Belangen die bessere Mannschaft, hat uns hinten reingedrückt und war in vielen Basics besser. Das müssen wir anerkennen. Wir hätten möglicherweise Spielglück gebraucht und müssen kaltschnäuziger umgehen mit den Chancen, die wir haben. Jetzt geht es darum gut zu regenerieren und morgen im Spiel um Platz 3 eine Medaille zu holen."
Der Ausblick:
Am Samstag, den 01.08., um 15:20 Uhr, spielt die weibliche U21 im Spiel um Platz 3 gegen den Verlierer des anderen Halbfinals zwischen Belgien und Gastgeber Spanien.