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DHB-Botschafter

Stefan Blöcher wird DHB-Legende und Botschafter

25. June 2026

Am Donnerstag verkündete der Deutsche Hockey-Bund im Rahmen der FIH Pro League in Berlin, dass der ehemalige Nationalspieler und zweifacher Olympia-Silbermedaillengewinner Stefan Blöcher (66) ab sofort Botschafter des Verbands wird.

Blöcher gehörte während seiner aktiven Laufbahn zu den herausragendsten Hockeyspielern weltweit. Zeitweise war er Profi und galt damals als einziger Athlet, der diesen Sport hauptberuflich ausübte. Bei der Champions Trophy 1987 erzielte er die meisten Treffer und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Im olympischen Halbfinale von Seoul 1988 gegen die Niederlande erlitt Blöcher einen spektakulären Unfall: Bei einer Strafecke traf ihn der Ball mit voller Wucht am Kopf. Trotz der dramatischen Szene hatte er Glück im Unglück und überstand den Vorfall „nur“ mit einer schweren Gehirnerschütterung. Nach 259 Länderspielen für Deutschland beendete er seine Karriere im Nationalmannschaftstrikot im Jahr 1990.

Nach seiner Karriere organisierte Blöcher unter anderem Golfevents und war zuletzt Stadionmanager beim SV Wehen Wiesbaden.

DHB-Vorstand Magnus Weiand freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit: „Stefan Blöcher ist eine Marke im Hockeysport. Dass er seine Leidenschaft und sein Netzwerk künftig als DHB‑Legende und Botschafter einbringt, ist ein großer Gewinn für unseren Verband. Gemeinsam wollen wir das deutsche Hockey weiter stärken und neue Partner für unseren Sport begeistern.“

In einem Kurzinterview sprach Blöcher über seine Beweggründe, seine Karriere und seine Sicht auf den Hockeysport aktuell.

 

Was verbindest du mit dem Deutschen Hockey-Bund?

Ich habe dem Deutschen Hockey-Bund mehr oder weniger alles zu verdanken. Mein erstes Länderspiel habe ich 1978 in Venlo gegen die Niederlande vor 5.000 Zuschauern bestritten und danach 12 Jahre den deutschen Hockey-Bund begleiten dürfen. In dieser Dekade hat mir der DHB die Möglichkeit gegeben, die Welt kennenzulernen, meinen Sport zu präsentieren, Erfolge zu feiern und dafür bin ich ewig dankbar. Das hat mich für mein ganzes Leben geprägt. Und wenn dann dieser Verband 40 Jahre später auf dich zukommt, um den Weg zu den Olympischen Spielen 2028 nach Los Angeles zu begleiten. Das ist eine tolle Challenge für mich und ich verspüre eine unglaubliche Vorfreude.

Wie blickst du allgemein auf deine Karriere zurück?

Ich habe durch Hockey ein unglaubliches Leben gehabt. Ich hatte das Glück der erste Profi zu sein und vielleicht etwas Glamour in den Hockeysport zu bringen. Das habe ich nicht bewusst gemacht, das hing vielleicht auch mit meinem asiatischen Spielstil zusammen, weswegen ich auch „Der weiße Pakistani“ genannt wurde. Tore zu schießen war für mich immer ein Antrieb und die Motivation immer noch besser zu werden.

Wir sind Magenta dankbar, dass sie uns aktuell als Übertragungspartner zur Seite stehen. Früher hatten wir das Glück, dass ARD und ZDF damals faktisch immer die Bundesliga und die Länderspiele übertragen hat. Das waren die goldenen 80er des Hockeys.

Was hast du die letzten drei Jahrzehnte seit dem Karriereende gemacht und erlebt?

Nach meinem Karriereende begann mit dem Golfspielen, dann hatte ich das Glück von Anfang an Mitglied des Eagles Charity Golfclubs zu sein, wo ich ein großes Netzwerk zu Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Unterhaltung aufbauen konnte.

Anschließend arbeitete ich für Astroturf und trieb die Einführung von Kunstrasen voran. Danach wurde ich Golfmanager am Wiesensee und leitete die Anlage mehrere Jahre erfolgreich.

Später baute ich auf Mallorca einen Fünf‑Sterne‑Golfplatz auf und war rund zwölf Jahre Geschäftsführer von Golf de Andratx sowie Sportdirektor der DUM AG. In dieser Zeit entstanden enge Kontakte zu vielen prominenten Gästen wie Boris Becker, Claudia Schiffer oder Franz Beckenbauer.

Parallel gründete ich zwei Agenturen in Kitzbühel und Limburg, mit denen ich weltweit Golfresorts und Hotels beriet – unter anderem in Deutschland, Bulgarien, den USA und Österreich. In Kitzbühel war ich zudem am Aufbau des Grand Hotel Tirol und des Golfclubs Eichenheim beteiligt.

Nach meiner Scheidung kehrte ich nach Wiesbaden zurück. Seit nun zehn Jahren arbeite ich dort als Geschäftsführer beim SV Wehen Wiesbaden – in der zweiten und dritten Liga. So habe ich im Laufe der Zeit den kleinen, mittleren und großen Ball aus allen Perspektiven kennengelernt.

Verglichen mit deiner aktiven Zeit, was hat sich zu damals im Hockey allgemein und im DHB aus deiner Sicht verändert?

Wenn ich mir anschaue, welches unglaublich hohe Niveau heute selbst die 2. Bundesliga erreicht hat, dann ziehe ich wirklich den Hut. Mein letztes Spiel, das ich live gesehen habe, war Wiesbadener THC gegen Berliner HC. Der BHC führte, doch der WTHC drehte die Partie – und Leon Lindemann erzielte ein Tor mit einer Technik und einem Abschluss, die einfach beeindruckend waren. Das ist richtig guter Sport.

Ich versuche oft, Trainer und Spieler aus dem Fußball mitzunehmen, damit sie sehen, wie hochklassig Hockey inzwischen gespielt wird. Viele sind überrascht, wie schnell, technisch stark und taktisch anspruchsvoll das Spiel geworden ist.

Was sind deine Ziele, die du auch als Botschafter des DHB verfolgen willst?

Mir ist wichtig, dass Hockey in Deutschland wieder die Strahlkraft bekommt, die diese erfolgreichste Mannschaftssportart des Landes verdient. Die Leistungen unserer Nationalspielerinnen und -spieler sind auf einem unglaublich hohen Niveau und genau diese Qualität sollte in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen und gewürdigt werden.

Ich wünsche mir, dass Hockey wieder mehr in den Fokus der Sportlandschaft und der Gesellschaft rückt und den Stellenwert erhält, der ihm zusteht. Die Zusammenarbeit mit starken Partnern wie Magenta und Adidas zeigt, dass große Unternehmen sich mit unserem Sport identifizieren – und das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Mein Ziel als Botschafter ist es, noch mehr Aufmerksamkeit auf diese faszinierende Sportart zu lenken und Menschen dafür zu begeistern.

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