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FIH Pro League 2026 in Rotterdam

HONAMAS verlieren verdient 3:5 im Klassiker gegen die Niederlande in Rotterdam

20. June 2026

Nach einem schlechten Start in die zwei Hälften muss sich das deutsche Team verdient mit 3:5 gegen die Niederlande geschlagen geben.

Tore:

0:1 Derck de Vilder (2. Minute)

0:2 Jip Janssen (13.)

0:3 Jip Jannsen (14.)

1:3 Justus Warweg (24.)

1:4 Thierry Brinkman (31.)

2:4 Malte Hellwig (35.)

2:5 Duco Telgenkamp (56.)

3:5 Teo Hinrichs (59.)

Die erste Hälfte:

Die Gastgeber aus den Niederlanden lauerten von Beginn auf ihre Chancen und die erste bot sich gleich in der 2. Minute. Tom Grambusch versuchte im Spielaufbau Erik Kleinlein anzuspielen, Koen Bien bekam den Schläger dazwischen, Derck de Vilder schnappte sich den Ball und zog in den Kreis. Seinen flachen Abschluss konnte Keeper Jean Danneberg nicht parieren und die Niederländer stellten früh auf 1:0. Die erste deutsche Torannäherung kam nach einem hohen Ballgewinn von Kleinlein, der Christopher Rühr in Szene setzte und dessen Abschluss aus spitzem Winkel ins lange Eck Maurits Visser noch zur Seite abwehren konnte. Die Gastgeber übernahmen immer mehr die Kontrolle und hatten insgesamt mehr Ballbesitz im ersten Viertel. Nach einer tollen Kombination erzwangen die Niederländer drei Strafecken, von denen die deutsche Defensive um Jakob Brilla die ersten zwei stark verteidigen konnte. Bei der dritten Ecke konnte Schütze Jip Janssen Danneberg allerdings überwinden und das 2:0 für die Niederlande erzielen. Wenige Augenblicke später gelang Janssen nach dem gleichen Muster auch noch das 3:0.

Das zweite Viertel sah eine etwas ausgeglichenere Partie, die niederländische Sturmreihe lief allerdings weiterhin sehr hoch an. Das nächste Tor fiel dennoch für Deutschland durch Justus Warweg, der einen Klärungsversuch der niederländischen Defensive antizipieren konnte und wunderschön mit einem Schlenzer ins lange Eck zum 3:1-Anschluss traf. Dem Gegner gelang es aber immer wieder sich mühelos vor das deutsche Tor zu kombinieren und Kapitän Thierry Brinkman hatte eine weitere gute Chance für die Niederländer, die Danneberg aber per Fußabwehr vereitelte.

Nach den ersten 30 Minuten ließ sich konstatieren, dass die Niederländer ihren Vorteil aus fünf Tagen Spielpause im Gegensatz zur deutschen Mannschaft, die noch am Donnerstagabend im Einsatz gegen Indien gewesen war, nutzen konnten und verdient als besseres Team mit einer 3:1-Führung in die Halbzeit gingen.

Die zweite Hälfte:

Gleich zu Beginn entwickelte die Niederlande ähnlich viel Dynamik wie im ersten Viertel. Konnte Danneberg den ersten freien Abschluss der Niederländer kurz nach Wiederbeginn noch parieren, war er beim Heber von Brinkman im Nachschuss chancenlos (31.). (Bedenklich war bei diesem Treffer auch die Reaktionsschnelligkeit der Niederländer im Gegensatz zur deutschen Mannschaft, die zusah wie der Ball zweimal gefährlich in den Kreis gebracht wurde.) Nach dem Wachmacher in die zweite Hälfte kombinierte sich Deutschland in der 35. Minute erstmals sehenswert über den linken Flügel in den Kreis. Teo Hinrichs kam zum Abschluss, den Visser an den Querbalken abfälschte und Paul Kaufmann reaktionsschnell per Volley aus der Luft den Ball erneut auf das Tor brachte. Verteidiger Joep de Mol wehrte den Ball nicht regelkonform mit der linken Hand ab, aber Malte Hellwig stand parat und staubte zum 2:4 ab. Kurz darauf hatte das deutsche Team erneut eine gute Konterchance, bei der sich Linus Müller im linken Halbraum mit einem tollen Dribbling durchsetzen konnte. Seinen Abschluss per argentinischer Rückhand konnte Visser allerdings mit seinem linken Handschoner abwehren. Die deutsche Mannschaft fand nun mit mehr Ballkontrolle besser ins Spiel, beide Teams gingen aber nicht voll ins Risiko im dritten Viertel.

Im letzten Viertel hatten die Deutschen immer wieder gute Ballgewinne, die nächste gute Chance spielte aber das Team von Jeroen Delmee heraus, bei dem Danneberg auf dem Posten stand. Bundestrainer André Henning nahm Danneberg kurz danach vom Feld, um mit einem zusätzlichen Feldspieler noch mehr Druck auf das Tor von Visser auszuüben. Der Plan ging nicht ganz auf, denn nach einer scharfen Hereingabe von Brinkman konnte Kapitän Grambusch den Ball nicht entscheidend kontrollieren und Duco Telgenkamp nutzte den technischen Fehler eiskalt zum 5:2 in das leere deutsche Tor (56.). In der 59. Minute gelang Teo Hinrichs nach einer abgerutschten Eckenhereingabe noch das 3:5 aus deutscher Sicht, bei der 3:5-Niederlage blieb es dann und die Deutschen verabschiedeten sich aus Rotterdam mit fünf Punkten aus vier Spielen.

Die Szene des Spiels:

Das Tor zum 1:3 von Justus Warweg, der im Schusskreis auf seine Chance wartete und sein zweites Tor im Nationaldress erzielen konnte.

Die Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer André Henning: "Das Spiel heute war ein Sinnbild für unseren aktuellen Status. Das ist noch eine ziemliche Achterbahnfahrt. Und in unseren Dellen leisten wir uns noch zu viele krasse Fehler, die hier natürlich auch sofort bestraft werden. Das ist Teil des Prozesses. Ich bin da grundsätzlich komplett entspannt, auch wenn wir jetzt natürlich schleunigst mehr Stabilität in den Laden kriegen müssen. Ich fand sehr stark, wie wir uns nach dem katastrophalen Start in das Spiel zurück gekämpft haben und nicht weit davon entfernt waren das Ding komplett zu drehen."

Mittelfeldspieler Hannes Müller: „Ich denke das war ein schwieriges Spiel für uns. Wir verlieren das Spiel in den ersten 15 Minuten und dann wird es auch sehr schwer gegen die Niederlande vor heimischem Publikum nach einem 0:3 zurückzukommen. Zwischenzeitlich hatten wir Phasen, in denen wir gutes Hockey gespielt haben, aber ohne richtiges Momentum zu bekommen. Das Ergebnis geht dann ein Stück weit auch in Ordnung. Wir müssen uns jetzt sortieren, freuen uns schon sehr auf Berlin und werden dort eine Reaktion zeigen.“

Der Ausblick:

Die 3:5-Niederlage gegen die Niederlande markierte das letzte Spiel der deutschen Mannschaft bei der FIH Pro League 2026 in Rotterdam. Als Nächstes geht es für die deutschen Hockey-Herren vor heimischem Publikum in Berlin gegen Argentinien am 24.06. um 20:30 Uhr (live und kostenlos auf MagentaSport). Außerdem trifft das Team von Bundestrainer André Henning in Berlin ein weiteres Mal auf Argentinien und zweifach auf Spanien.

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