FIH Pro League 2026 in Berlin
HONAMAS gewinnen Hitzeschlacht im Penalty Shootout gegen Argentinien
27. June 2026
In einem Spiel mit vielen Wendungen erarbeitete sich die deutsche Mannschaft noch das Shootout, welches der deutsche Keeper Joshua Onyekwue Nnaji dann zugunsten Deutschlands entschied.
Tore:
1:0 Benedikt Schwarzhaupt (11. Minute)
2:0 Tom Grambusch (13.)
2:1 Nicolas della Torre (15.)
2:2 Tomas Domene (28.)
2:3 Tomas Domene (7m; 34.)
2:4 Martin Ferreiro (41.)
3:4 Justus Weigand (55.)
4:4 Justus Weigand (60.)
Penalty Shootout:
4:5 Tomas Domene
x Michel Struthoff
x Ignacio Ibarra
5:5 Justus Weigand
x Lucas Toscani
6:5 Malte Hellwig (7m)
x Martin Ferreiro
x Thies Prinz
x Joaquin Toscani
Die erste Hälfte:
Die erste deutsche Torannäherung kam bereits nach knapp zwei Minuten. Jakob Brillas Querpass konnte Thies Prinz allerdings nicht auf das Tor bringen mit seinem Stecher-Versuch. Argentinien ließ sich tief fallen und wartete auf Balleroberungen. Im Zweikampf waren die Argentinier aber sofort giftig. In der 11. Minute bekam Deutschland die erste Strafecke zugesprochen und Benedikt Schwarzhaupt markierte den 1:0-Führungstreffer mit einem flachen Abschluss ins rechte untere Eck. Gleich in der 13. Minute legte Brilla nach einer Strafecke mit dem Treffer zum 2:0 nach. Kurz darauf konnte Argentinien erstmals das deutsche Pressing überspielen und erzielte gleich den Anschlusstreffer.
Argentinien verfolgte im zweiten Viertel einen anderen Plan als im ersten und wurde aktiver. In der 18. Minute ergab sich auch die erste hochkarätige Chance für Argentinien, die Joshua Onyekwue Nnaji im deutschen Tor aber hervorragend entschärfte. Im Anschluss neutralisierten sich beide Teams, aber Argentinien hatte etwas mehr vom Spiel. Nach einem weiteren Paar Strafecken hatte Thies Prinz bei einer verunglückten Herausgabe die nächste deutsche Chance, Tomas Santiago im argentinischen Tor konnte den Abschluss von Prinz aber entschärfen. Auf der anderen Seite zeigte sich Argentinien eiskalt und erzielte durch Top-Scorer Tomas Domene den 2:2-Ausgleichstreffer nach einer Strafecke, die Domene trocken unten links ins deutsche Tor verwandelte (28.).
Die zweite Hälfte:
Domene war auch Protagonist in der 34. Minute. Argentinien gelang der Durchbruch durch die deutsche Defensive nach einem tollen Laufweg von Santiago Tarazona und der Ablage auf Domene. Niklas Bosserhoff versuchte Domene kurz vor dem deutschen Kasten den Ball wegzuspitzeln, traf aber nur Domenes Schläger, der damit an einer klaren Torchance gehindert wurde. Den folgerichtigen Siebenmeter verwandelte Domene höchstpersönlich trocken halbhoch links und stellte auf 3:2. In der 39. Minute parierte Onyekwue Nnaji intuitiv zwei gefährliche Strafeckenabschlüsse von Domene und verhinderte eine höhere argentinische Führung. Diese folgte allerdings in der 41. Minute. Tarazona gelang es mit einem weiten Schlenzer Lucas Toscani in Szene zu setzen, der nach einem tollen 3D-Dribbling auf Martin Ferreiro querlegte und dieser zum 4:2 für Argentinien einschob. In dieser Phase hatte die deutsche Mannschaft wenig entgegenzusetzen, auch weil ihr die Ballsicherheit im Ballbesitz fehlte.
Argentinien auf der anderen Seite schaffte es immer wieder Lösungen über Außen zu finden und somit Deutschland vom eigenen Tor fernzuhalten. Vor allem die Stürmer um Malte Hellwig, Henrik Mertgens und Raphael Hartkopf bekamen wenig Bälle. Der Vierte in der Stürmer-Rotation, Justus Weigand, besorgte aber den 3:4-Anschlusstreffer in der 55. Minute nach einem abgefälschten Pass von Prinz von der Grundlinie. Kurz darauf nahm André Henning den Torhüter raus, um in den letzten Minuten noch den Ausgleichstreffer zu erzwingen. Dieser fiel tatsächlich noch mit 17 Sekunden auf der Uhr. Über den linken Flügel kam Paul Kaufmann im Schusskreis an den Ball, brachte ihn mit der Rückseite vor das Tor, wo Weigand noch den Schläger reinhielt und den argentinischen Keeper Santiago tunneln konnte. Damit ging es tatsächlich noch in das Penalty Shootout.
Penalty Shootout:
Den ersten argentinischen Penalty verwandelte Tomas Domene. Michel Struthoff versuchte im Anschluss den Torhüter auszuspielen, blieb aber an Santiagos linkem Fuß hängen. Ignacio Ibarra trat als Nächstes für Argentinien an, Onyekwue Nnaji witterte seine Chance und spitzelte den Ball weg, so blieb es zunächst beim 1:0 für Argentinien. Den nächsten deutschen Penalty verwandelte Weigand sicher, indem er sich eindrehte und über die Rückhand in den argentinischen Kasten verwandelte. Lucas Toscani traf bei seinem Penalty den Ball nicht richtig und somit hatte Deutschland die Möglichkeit auf die erste Führung im Shootout. Raphael Hartkopf trat an für Deutschland, wurde jedoch beim Abschluss behindert und es gab Siebenmeter. Diesen verwandelte Malte Hellwig sicher und stellte auf 2:1. Martin Ferreiro trat an für Argentinien und Onyekwue Nnaji gelang es wieder den Ball wegzuschlagen. Thies Prinz legte bei seinem Versuch den Ball knapp neben das Tor und verpasste damit die vorzeitige Entscheidung. Beim insgesamt fünften argentinischen Versuch gelang es Keeper Onyekwue Nnaji ein drittes Mal den Ball vom Gegner, Joaquin Toscani, wegzuspitzeln und somit entschied der deutsche Keeper fast im Alleingang den Shootout für Deutschland.
Die Szene des Spiels:
Der 4:4-Ausgleich durch Justus Weigand kurz vor der Schlusssirene. Die Entstehung und Willensstärke des deutschen Teams bescherte den späten Ausgleich durch Weigand nach Vorlage von Kaufmann. Das Tor markierte das Ende eines starken Comebacks der deutschen Mannschaft in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit.
Die Stimmen zum Spiel:
Bundestrainer André Henning: „Die Jungs haben heute riesigen Kampfgeist und ein großes Herz bewiesen. Bei auf dem Platz gemessenen 48 Grad Celsius nötigt mir das großen Respekt ab. Das erste und letzte Viertel waren richtig gut, im Mittelteil hat uns die Verbindung gefehlt. Das wird weiter wichtig, unsere Ideen zu synchronisieren.“
Kapitän Tom Grambusch: „Es war sehr anspruchsvoll heute. Die Bedingungen waren äußerst schwierig. Die Luftfeuchtigkeit auf dem Platz ist deutlich höher als um den Platz herum. Das ist brutal und grenzt schon an Körperverletzung. Die Argentinier waren am Ende genauso platt wie wir, das hat uns zurück ins Spiel gebracht. Wir haben ein Fünkchen mehr drauflegen können, das dritte Tor geschossen und dann war das Spiel wieder offen. Dass wir kurz vor Schluss immer wieder eine Chance bekommen, ist mittlerweile bekannt."
Der Ausblick:
Am Sonntag, den 28.06., spielen die deutschen Hockey-Herren um 12:30 Uhr zum Abschluss der FIH Pro League 2026 in Berlin gegen Spanien.