schauinsland Hallen-EM 2026 in Heidelberg
Hallenhockey "Made in Germany"
09. January 2026
Deutschland gilt als ausgewiesenes Hallenhockey-Land. Das macht sich auch in Heidelberg bemerkbar. Bei vielen EM-Teilnehmern gibt es deutsche Einflüsse. Eine Übersicht.
EM-Neuling Türkei wird trainiert von Zafer Kir. Kir zog 2008 zum Studium nach Hamburg, spielte lange beim Harvestehuder THC und fing dort bei den Minis als Trainer an, wo er unter anderem auch den Hallen- und zweifachen U21-Weltmeister Ben Hasbach trainierte. 2022 wechselte er zum Mannheimer HC in den Coaching-Staff der Herren-Bundesligamannschaft und gewann 2024 die Deutsche Meisterschaft mit dem Team von Trainer Andreu Enrich, der auch als Co-Trainer der HONAMAS fungiert. Mittlerweile ist Kir auch Cheftrainer des Hallen-Bundesliga-Teams des MHC. Kir, der als Spieler selbst 11 Spiele (16 Tore) für die türkische Nationalspieler bestritt, verhalf der Türkei mit dem Sieg beim Championship II-Turnier in Budapest 2024 zur ersten EM-Teilnahme. Zu den Zielen bei der EM in Heidelberg sagte Kir: „In Heidelberg wollen wir jede Sekunde und jede Minute genießen, die wir haben, denn wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Natürlich haben wir Portugal und Tschechien im Visier, aber wir müssen auch gegen Polen und Österreich spielen. Unser erstes Ziel wird es sein, in diesem Wettbewerb zu bleiben und die Möglichkeit zu haben, zwei Jahre später wieder dabei zu sein.“
Auch ein Spieler im türkischen EM-Kader hat deutschen Hintergrund, denn er spielt beim Hallen-Bundesligisten DTV Hannover und gibt in Heidelberg sein Debüt für die türkische Nationalmannschaft: Volkan Baser.
Bei Portugal gibt es ebenfalls einigen deutschen Einfluss. Laurens und Quentin Halfmann sowie Kapitän David Franco spielen bei Bundesliga-Aufsteiger Gladbach, dem GHTC. Co-Trainer der Portugiesen ist kein Geringerer als Christoph Bechmann. Bechmann ist nicht nur aktuell Cheftrainer der Herren beim Hamburger Polo-Club, sondern auch Weltmeister, dreifacher Europameister und Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 mit den HONAMAS und mit 300 Spielen auf Platz 9 der Rekordnationalspieler für Deutschland.
Polen, die auch zum Favoritenkreis bei dieser EM gehören, haben einige deutsche Legionäre in ihren Reihen. Eryk Bembenek spielt beim DTV Hannover und Gracjan Jarzinski beim Harvestehuder THC. Co-Trainer des polnischen Teams bei dieser EM ist Tin Matkovic, Trainer des HTC Stuttgarter Kickers (2. Bundesliga auf dem Feld) und zuvor unter anderem auch Trainer der Damen des Berliner HC.
Weltranglistenerster Österreich wird trainiert vom erfahrenen gebürtigen Schwenninger Robin Rösch, der sich als Trainer zweifach zum Hallen-Weltmeister mit den Niederlanden und Österreich küren konnte, und seit 2024 nach Deutschland als Sportdirektor des TC Blau-Weiss zurückkehrte. Im Kader der Österreicher stehen gleich vier Spieler in Deutschland unter Vertrag. Fülöp Lüsönci und Kapitän Xaver Hasun spielen beim Harvestehuder THC zusammen mit den Deutschen Jasper Ditzer und Anton Pöhling. Nikolas Wellan ist Teamkollege von Dieter-Enrique Linnekogel, Nik Kerner und dem deutschen Kapitän Anton Boeckel. Benjamin Kölbl spielt zudem beim Hamburger Polo-Club. Routinier Benjamin Stanzl ist auch kein Unbekannter im deutschen Hockey und hat in acht Jahren beim HTHC zweimal die Deutsche Meisterschaft und einmal die EHL gewonnen.
Die Schweiz, deutscher Gruppengegner, wird trainiert von Claas Henkel. Henkel gilt als einer der erfolgreichsten Trainer der deutschen Bundesliga-Historie. Mit den Damen des Uhlenhorster HC gewann Henkel in acht Jahren Tätigkeit insgesamt fünf deutsche Meistertitel, dreimal auf dem Feld, zweimal in der Halle. Seit 2021 ist er als Sportdirektor beim UHC tätig. Ebenfalls beim UHC spielt Fabio Reinhard aus dem Schweizer Kader.