Hallen-EM 2026 in Prag
Hallen-DANAS kassieren unglückliche Niederlage gegen Österreich
16. January 2026
Nach einer wilden ersten Hälfte mit einigen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen verliert Deutschland knapp mit 3:4 gegen Österreich. Der Spielfilm.
Torschützinnen:
0:1 Laura Kern (2.)
0:2 Daria Buchta (10.)
1:2 Fenja Poppe (11.)
2:2 Julie Pieper (16.)
2:3 Daria Buchta (19.)
2:4 Johanna Czech (28.)
3:4 Maike Scheuer (36.)
Die erste Hälfte:
Bereits in der 2. Minute geriet die deutsche Hallen-Nationalmannschaft in Rückstand. Österreich erzielte durch Laura Kern den Treffer zum 0:1 (aus deutscher Sicht) durch einen Siebenmeter, nachdem Pia Lhotak bei einem österreichischen Abschluss ein Schlägerfoul von hinten beging. In der Folge bemühte sich die deutsche Mannschaft sich in aussichtsreiche Schusspositionen zu kombinieren. Nach einer weiteren Topchance für Österreich in der 6. Minute, bei der Torhüterin Julia Sonntag hervorragend reagierte, hatten Lisa Mayerhöfer und Julie Pieper in der 8. Minute die Chance zum Ausgleichstreffer. Aber Österreich schlug noch vor der Viertelpause eiskalt zu. In der 10. Minute fiel das 2:0 durch Daria Buchta mit einem Abschluss ins lange Eck. Die Deutschen konnten vermeintlich durch Philine Drumm direkt antworten, der Treffer fiel aber nach Ablauf der Uhr zur Viertelpause. Eine unglückliche Szene, denn die Schiedsrichterin hatte, dem Abschluss von Drumm vorausgehend, bei einem Fuß im Kreis den Vorteil laufen lassen.
Der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang jedoch kurz nach der Viertelpause. In der 11. Minute konnte eine österreichische Verteidigerin den Abschluss von Kapitänin Fenja Poppe nach einer Strafeckenvariante nur regelwidrig auf der Linie klären. Den anschließenden Siebenmeter verwandelte Poppe zum 1:2. Insgesamt war dieser Anschlusstreffer glücklich, weil nicht klar zu sehen war, ob die Verteidigerin den Ball nicht mit dem Schläger gestoppt hatte. Kurz darauf konnte Keeperin Sonntag ein Solo von Katharina Bauer stoppen und es entwickelte sich ein wildes Spiel im zweiten Viertel. Die deutschen Damen waren jetzt das bessere Team und konnten im zweiten Viertel auch noch den Ausgleichstreffer erzielen. Die 19-jährige Julie Pieper traf in der 16. Minute im Nachschuss von Mayerhöfer, die mit ihrem Abschluss per Rückhandschlenzer nur den Pfosten traf und Pieper nachsetzte, zum 2:2. Aus dem Nichts markierte Daria Buchta jedoch noch vor der Halbzeitpause die erneute österreichische Führung in der 19. Minute.
Die zweite Hälfte:
Das dritte Viertel war im Gegensatz zu den beiden ersten Vierteln ereignisarm. Deutschland hatte viel Ballbesitz und Österreich stellte einen tiefen Block. Der erneute Gegentreffer fiel nach einem deutschen Ballverlust in der 28. Minute. Johanna Czech erzielte im Konter nach Ballverlust von Lhotak den Treffer zum 2:4. Die Deutschen bissen sich die Zähne aus an der gut organisierten Staffelung der Österreicherinnen und offensiv zeigten die Österreicherinnen sich ähnlich eiskalt wie die Schweizerinnen im zweiten Gruppenspiel am Tag zuvor.
Durch eine Einzelaktion erzielte Deutschland in der 36. Minute schließlich das Tor zum 3:4 durch Maike Scheuer. Scheuer lief stark mit dem Rücken zum Tor die Kurve um die Schweizer Keeperin Michaela Streb herum, diese spekulierte auf einen frühen Abschluss Scheuers, tauchte ab und Scheuer erzielte über sie hinweg den Anschlusstreffer.
Im letzten Viertel zeigte das deutsche Team einige starke Defensivaktionen in Person von Benedetta Wenzel und Keeperin Sonntag, offensiv fehlte jedoch die Idee für weitere Tore gegen einen tiefen österreichischen Block. Demnach blieb es beim 3:4 aus deutscher Sicht und der ersten Niederlage des Turniers.
Der Ausblick:
Im letzten Gruppenspiel trifft das deutsche Team von Bundestrainer Erik Koppenhöfer am Samstag (17.1., 9 Uhr, live und kostenlos auf MagentaSport) auf den Gruppenzweiten Belgien. Um sich noch für das Halbfinale zu qualifizieren, müssen die Hallen-DANAS die Belgierinnen unbedingt schlagen.
Die Szene des Spiels:
Der Gegentreffer zum 2:4, da die Art und Weise symptomatisch für das deutsche Spiel war. Deutschland war im Vorwärtsgang etwas zu naiv und nicht mit der letzten Überzeugung am Werk und Österreich konterte Deutschland eiskalt aus. Ähnlich wie gegen die Schweiz war das deutsche Team über weite Strecken das bessere Team, konnte aber nicht genug mit dem vielen Ballbesitz anfangen und kassierte durch individuelle Fehler einfache Gegentore.
Die Stimmen zum Spiel:
Bundestrainer Erik Koppenhöfer: „Leider haben wir verloren, dabei haben wir unseren Plan gut durchgezogen und waren sehr dominant und hatten gute Lösungsmöglichkeiten. Trotz tiefstehenden Österreicherinnen haben wir uns einige Chancen herausgearbeitet, aber diese nicht genug genutzt. Die Eckenquote ist erneut ausbaufähig und eine bessere Quote uns vermutlich den Sieg gebracht. Wir sind selbst daran schuld und hätten das Spiel auch entscheiden können, die Schiedsrichterinnen waren aber auch nicht unbedingt auf unserer Seite, da waren auch schlimme Pfiffe dabei. Positiv ist, dass wir als Team gut gekämpft haben und uns morgen ein Sieg gegen Belgien reicht, um ins Halbfinale einzuziehen. Natürlich ist die Niederlage bitter, aber wenn wir morgen ins Halbfinale kommen, ist das egal.“
Lisa Mayerhöfer: „Vor allem ist es gerade enttäuschend, weil wir uns viel vorgenommen haben. Es ist schade, dass nicht alles heute geklappt hat und unglücklich, dass wir über weite Teile das Spiel gemacht haben. Wir müssen aber das Positive daraus ziehen und morgen nochmal alles reinlegen. Das Spiel heute müssen wir abhaken.“
Kapitänin Fenja Poppe: „Es ist natürlich super bitter, aber wir müssen nach vorne schauen. Morgen ist quasi Viertelfinale und wir haben alles in der eigenen Hand. Auf der anderen Seite müssen wir das Spiel heute auch analysieren und schauen, woran es gelegen hat. Wir bekommen zu einfache Gegentore und wenn man sich das Spiel nochmal anschaut, haben wir viele Chancen und viele Ecken, die wir einfacher verwandeln müssen. Es ist natürlich super schade, aber Österreich hat es auch gut gemacht.“