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FIH Pro League 2026 in Valencia

DANAS-Kapitänin Weidemann: "Wir wollen uns eine möglichst gute Ausgangsposition erarbeiten"

05. February 2026

Vom 6. bis 10. Februar treffen die DANAS bei der FIH Pro League jeweils zweimal auf Belgien und Spanien. Kurz vor dem Start spricht DANAS-Kapitänin Linnea Weidemann im Interview über die Zielsetzung bei der Pro League in Valencia, ihre Vorfreude auf die Pro League in Berlin und ihre DANAS-Träume als junges Mädchen.

Linnea, bei der FIH Hockey Pro League warten auf euch in der Nationalmannschaft die besten Teams der Welt. Jetzt warten in Valencia Belgien und Spanien auf euch. Was habt ihr euch für diese Spiele vorgenommen, sowohl inhaltlich als auch bezogen auf die Ergebnisse?

Inhaltlich haben wir uns auf jeden Fall vorgenommen das, was wir uns in Südafrika beim Lehrgang erarbeitet haben, unter Wettkampfbedingungen umzusetzen. Denn uns ist es durchaus auch bewusst, dass die anstehenden Spiele  sehr wichtig sind, da die Spiele in Valencia ausschlaggebend für die Gruppenbesetzung bei der Weltmeisterschaft sind. Die Partien in Spanien sind deshalb ein wichtiger Gradmesser, auch mit Blick auf die Weltrangliste. Uns ist klar, dass wir Punkte brauchen – und wir sind überzeugt, dass wir sie holen können. Insgesamt wollen wir uns eine möglichst gute Ausgangsposition erarbeiten.

Es hat ein bisschen gebraucht, aber ihr habt eine gute Entwicklung unter Janneke im letzten Jahr genommen. Was ist ihr Geheimnis? Und wie hat sie dich auf deiner Position auch besser gemacht?

Jannekes Geheimnis ist möglicherweise, dass sie unglaublich ehrlich ist. Das ist nicht immer leicht zu hören, aber wir wissen dadurch genau, woran wir arbeiten müssen – sowohl individuell als auch als Team. Sie sagt klar, wenn etwas gut war, aber eben auch, wenn nicht. Eine solche Ehrlichkeit und Direktheit hatte ich vorher unter anderen Trainern so noch nicht erlebt. Außerdem ist sie sehr präsent auf dem Platz, packt selbst mit an und fordert viel von uns. Sie erwartet, dass wir uns ständig weiterentwickeln - nur weil ich auch eine der Erfahrenen bin, heißt es nicht, dass ich die Füße hochlegen kann. Janneke erwartet ganz klar, dass wir aus jedem Spiel lernen und Verantwortung übernehmen.

Du giltst mit deinen 76 Länderspielen schon als erfahrene DANAS-Spielerin. Spürst du da eher Druck oder ist das ein Privileg jetzt jüngeren Spielerinnen bei der Integration ins Team zu helfen?

Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht so präsent, dass es schon über 70 Länderspiele sind. Ich sehe das auf jeden Fall als Privileg, weil ich in den letzten Jahren viele Erfahrungen sammeln konnte und Situationen heute oft besser einschätzen kann. Dieses Wissen weiterzugeben, macht mir Spaß. Natürlich spüre ich auch eine gewisse Verantwortung, aber die tragen wir im Team gemeinsam, was den Druck verteilt. Viele Spielerinnen sind inzwischen schon länger dabei, einige sind neu dazugekommen. Integration ist ein Prozess, aber wir sind da auf einem guten Weg.

Bei deinen persönlichen Zielen für das kommende Jahr, an welcher Stelle kommt dein erstes DANAS-Tor?

Ein eigenes Tor steht für mich nicht im Vordergrund. Auf meiner Position gehört das Toreschießen nicht zu den Hauptaufgaben. Natürlich würde ich mich freuen, wenn sich mal eine Gelegenheit ergibt – zum Beispiel nach einem Abpraller. Aber ich freue mich genauso über jedes Tor meiner Mitspielerinnen. Ich bin sicher, der Moment kommt irgendwann – und wenn nicht, ist das auch okay. Sollte es allerdings in Berlin bei der Pro League passieren, wäre das natürlich etwas Besonderes.

Apropos Berlin: 2026 kommt die Pro League erneut nach Berlin, wie sehr freust du dich schon darauf?

Ich freue mich sehr darauf. Es macht immer sehr viel Spaß dort zu spielen und es sind immer sehr viele Leute da, die ich persönlich kenne und mich supporten. Viele können mich nicht immer auf den weiten Wegen mit der Nationalmannschaft begleiten, daher ist eine solche Veranstaltung zuhause für meine Freunde, Familie  und für mich immer ein cooles Erlebnis. Im letzten Jahr waren an jedem Tag viele Zuschauer da, ich wünsche mir, dass das so bleibt.

Wie besonders waren für dich auch die Interaktionen mit den Fans?

Sehr besonders, das liegt unter anderem daran, dass in Berlin die Gegebenheiten die Interaktionen zwischen den Fans und uns Spielerinnen begünstigen. Das Fan Village liegt zwischen unseren Kabinen und dem Platz. Die Zuschauer wissen das und erwarten uns bereits für Autogramm- und Fotowünsche. Wir genießen die Aufmerksamkeit sehr und freuen uns nah an den Fans sein zu können. Zudem ist es immer eine super Gelegenheit um Freunde und Familie zu sehen und sich auszutauschen. 

Bleiben wir in Berlin und schauen auf deinen Heimatverein. Philine Drumm und Benedetta Wenzel haben es jetzt mit dem Berliner HC in das Final4 geschafft, was war dein Eindruck des Teams bisher? Und wie weit denkst du, kann es dieses Team in Frankfurt schaffen?

Meine Eindrücke sind gut. Das Viertelfinale in Berlin fand ich, sehr gut, natürlich ist das immer nochmal ein besonderer Schub vor eigenem Publikum zu spielen und die Mädels waren dementsprechend motiviert. Ich denke in Frankfurt warten auch Teams, die höher pressen als der Münchner SC. Es ist alles drin, weil wir beim BHC Spielerinnen haben, die frischen Wind reinbringen, noch nicht so viel Erfahrung haben und unbekümmert ihren Stiefel runterspielen. Mit Bene und Philine haben wir auch zwei, die bei der Hallen-EM in Prag dabei waren und wirklich sehr, sehr gutes Hallenhockey spielen.

Bei dem Blick auf die Verteilung der Bundesliga-Teams auf dem Feld und den teilnehmenden Teams beim Final4 fällt ins Auge, dass der BHC für Berlin als einziges Team die Fahne hochhält. Was macht den Hockey-Standort Berlin aber so besonders? Und wie siehst du die Zukunft von Hockey in Berlin?

Ich glaube, dass der Standort grundsätzlich gute Voraussetzungen hat. Wir haben auf jeden Fall ideale Gegebenheiten, um gutes Hockey zu spielen. Natürlich ist es bitter, dass unsere Herren abgestiegen sind und es somit kein Herren-Bundesligateam in Berlin gibt. Das tut dem Standort Berlin nicht gut. Ansonsten stellt Berlin für viele idealerweise eine Kombination verschiedener Lebensstile dar. Wenn Leute nur Hockey spielen wollen, gehen sie eher nach Hamburg oder woanders hin. In Berlin kommt das besondere Berliner Lebensgefühl noch dazu. Einen Standortnachteil gegenüber Hamburg, Köln oder Mannheim zum Beispiel gibt es meiner Meinung nach nicht. Die Plätze sind frei verfügbar, die Gegebenheiten mit Krafträumen oder auch ärztlicher Versorgung sind sehr gut. Ich hoffe einfach, dass bei den Herren auf dem Feld ein Berliner Team wieder aufsteigt in die erste Liga, am liebsten der BHC, und dann die Klasse hält. Das Ziel muss sein, dass es in Berlin zwei Erstligateams gibt. Die Pro League in Berlin kann helfen, um noch mehr junge Spielerinnen von dem Sport zu begeistern und  um aufzuzeigen, dass es in Berlin eine große Aufmerksamkeit für Hockey gibt.

Wenn du an die junge Linnea denkst, die den Traum hatte, mal bei den DANAS dabei zu sein, wann war dieser Moment, wo dir klar wurde, dass du das packen könntest? Und welchen Rat würdest du kleinen Mädchen in Hockey-Deutschland geben, die diesen Traum auch haben?

Das ist eine gute Frage. Ich bin nicht in einer Hockeyfamilie aufgewachsen und habe am Anfang meiner Hockey-Karriere einfach mein Ding gemacht bis ich dann wirklich festgestellt habe, dass ich das Talent möglicherweise habe weit zu kommen. So richtig gemerkt habe ich das dann mit dem Schritt in die Landesauswahl und bei den Sichtungen. Da gab es die Möglichkeit sich ständig zu messen und sich zu beweisen, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Mein wichtigster Erkenntnispunkt im Laufe der Zeit war, dass es Spaß macht, immer mit den besten Leuten zu trainieren und das wurde dann mein Ziel. Ich freue mich immer auf die Arbeitslehrgänge, weil ich weiß, dass ich wieder mit den Besten zusammen trainiere.

Kleinen Mädchen würde ich Folgendes sagen: Bleibt dran und verliert vor allem nie den Spaß am Hockey. Der Weg kann lang sein, aber wenn man Freude daran hat, sich ständig weiterzuentwickeln und immer mit den Besten zu trainieren, dann stehen die Chancen gut, sich für Auswahlteams bis hin zu den DANAS zu empfehlen.

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