Hallen-EM 2026 in Prag
Hallen-DANAS gewinnen EM-Finale mit 5:2 gegen Tschechien und holen 18. EM-Titel
18. January 2026
Im Finalduell gegen Gastgeber Tschechien zeigt Deutschland die beste Turnierleistung und gewinnt verdient mit 5:2 den Europameistertitel. Der Spielfilm.
Torschützinnen:
0:1 Natalie Hajkova (2. Minute)
1:1 Philine Drumm (10.)
2:1 Charlotte Gerstenhöfer (17.)
3:1 Charlotte Gerstenhöfer (24.)
4:1 Charlotte Hendrix (31.)
5:1 Fenja Poppe (39.)
5:2 Veronika Pribikova (40.)
Die erste Hälfte:
Die Gastgeberinnen aus Tschechien bestimmten das Spielgeschehen gleich zu Beginn und bekamen schon in der 2. Minute einen Siebenmeter zugesprochen, nachdem Pia Lhotak einen gegnerischen Torschuss nach Strafecke, nach Meinung des Schiedsrichters, nur regelwidrig abwehren konnte. Anschließend verwandelte Natalie Hajkova den Siebenmeter zur 1:0-Führung für Tschechien und ließ Torhüterin Selina Müller keine Chance. Kurz darauf bekam auch Deutschland einen Siebenmeter zugesprochen, nachdem eine tschechische Verteidigerin beim Torschuss von Charlotte Gerstenhöfer mit zu vielen Körperteilen am Boden den Ball gestoppt hatte. Den anschließenden Siebenmeter verzog Gerstenhöfer neben das Tor und es blieb vorerst bei der tschechischen Führung. Im Laufe des ersten Viertels überließ Tschechien den Deutschen immer mehr das Spielgeschehen. Deutschland versuchte den tschechischen Block zu umspielen und nachdem Philine Drumm zwei gute Torchancen in der 6. und 8. Minute noch liegen ließ, ließ sie sich bei einer Strafecke in der 10. Minute nicht zweimal bitten. Nach einer Strafeckenvariante mit Ablage netzte Drumm per Ziehschlenzer unhaltbar ein zum verdienten Ausgleich für Deutschland.
Nach einer zwischenzeitlichen Unterzahl durch eine grüne Karte für Drumm Anfang des zweiten Viertels, zogen die Hallen-DANAS direkt wieder ihr Offensivspiel auf und machten früh Druck auf den gegnerischen Spielaufbau. Die Tschechinnen kamen nun kaum mehr hinterher und konnten Gerstenhöfer im Tempodribbling in der 17. Minute nur mit einem Foul stoppen. Die anschließende Strafecke verwandelte Gerstenhöfer trocken zum 2:1 für Deutschland. Kurz darauf setzte Tschechien wieder ein Zeichen und hatte zwei gute Torchancen vor der Halbzeitpause.
Die zweite Hälfte:
Beide Mannschaften versuchten zu Beginn der zweiten Hälfte früh den gegnerischen Spielaufbau zu stören. Gerstenhöfer gelang dies in der 24. Minute erstklassig. Die gebürtige Bad Dürkheimerin Gerstenhöfer fing einen tschechischen Querpass vor dem Schusskreis ab, trat in den Kreis ein und zog einen Rückhandschlenzer auf die kurze Ecke. Dort schlug der Ball zur 3:1-Führung ein für Deutschland. In der Folge erhärtete sich der Eindruck, dass die Deutschen Tschechien technisch überlegen waren. Das Halbfinale der Tschechinnen gegen Österreich war mit zwei tschechischen Treffern in den letzten 60 Sekunden jeodch Beweis, dass Tschechien in der Lage war Rückstände aufzuholen. Das deutsche Team war vorgewarnt und Tschechien versuchte mehr Druck zu entwickeln. Dadurch ergaben sich für die Deutschen auch Räume, die sie bei ihrer besten Turnierleistung auch zu nutzen wussten.
Charlotte Hendrix baute die deutsche Führung in der 31. Minute nach einem tollen Solo und einem überlegten Abschluss gleich zu Beginn des vierten Viertels aus und zwang den gegnerischen Trainer Tomas Prochazka früh im vierten Viertel die Torhüterin, zugunsten einer weiteren Feldspielerin, aus dem Feld zu nehmen. Die deutsche Defensive war gefordert und zeigte sich jedoch sehr konzentriert. Tschechien fand wenig Mittel und musste in der 36. Minute auch noch eine umstrittene grüne Karte für Kapitänin Katerina Lacina verkraften. Deutschland gelang es dann kurz vor Schluss auch noch eine weitere Ecke herauszuholen und Kapitänin Fenja Poppe nagelte den Ball humorlos ins verwaiste tschechische Tor zum 5:1 (39. Minute). Tschechien gelang kurz danach zwar noch das Tor zum 2:5 durch Veronika Pribikova nach Vorlage von Nikol Babicka, aber das Spiel war schon früher entschieden und Deutschland setzte sich im EM-Finale verdient gegen die Gastgeberinnen aus Tschechien durch.
Die Szene des Spiels:
Der Treffer zum 3:1 von Charlotte Gerstenhöfer, die eine überragende Finalleistung zeigte. Der Treffer in seiner Kaltschnäuzigkeit zeigte die Professionalität, mit der die Hallen-DANAS das EM-Finale bestritten und einen insgesamt durchweg konzentrierten Auftritt mit dem EM-Titel krönten.
Der Ausblick:
Völlig verdient erringt die deutsche Hallen-Nationalmannschaft der Damen ihren 18. EM-Titel und belohnt sich im Finale für die beste Leistung des Turniers. Die Chance auf die vierte Titelverteidigung wartet erst 2028 bei der nächsten Hallen-EM, Ausrichter offen.
Die Stimmen zum Spiel:
Kapitänin Fenja Poppe: „Ich bin überglücklich und erleichtert, dass wir das Finale gewonnen haben, nachdem wir durch alle Höhen und Tiefen in diesem EM-Turnier gegangen sind. Gefühlt waren wir schon draußen und sind dann doch ins Halbfinale eingezogen. Jetzt haben wir am Ende gewonnen und gezeigt, wie schnell und wie eng wir als Team zusammengewachsen sind. Deshalb bin ich unfassbar stolz auf die Mannschaft.“
Julia Sonntag: „Wir stehen jetzt hier mit einem Ergebnis, womit wir über den Turnierverlauf nicht gerechnet haben. Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, nicht nur was Hockey angeht. Dass wir das krönen konnten mit so einem deutlichen Sieg am Ende und tollem Hockey, was wir heute endlich zeigen konnten, ist toll. Zwischendurch haben wir vielleicht nicht mehr daran geglaubt, aber ich bin unheimlich stolz auf die Leistung heute und einfach rundum glücklich.“