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Würdigung zu Julia Sonntags DANAS-Karriereende

„Mit dem Pink-Spirit und dem Herzen auf der Zunge“

22. January 2026

10 Jahre und insgesamt 119 Länderspiele hat Julia Sonntag im Trikot der Nationalmannschaft bestritten. Ein Blick zurück.

2016 in Minsk hat alles angefangen. Was schon aufgrund der politischen Distanz, die sich zum Gastgeberland der Hallen-EM 2016 die letzten Jahre aufgebaut hat, sich wie eine Ewigkeit her anhört, ist genau 10 Jahre her.

Am 22. Januar 2016 stand Julia Sonntag beim ersten Spiel der Hallenhockey-EM erstmals im Nationalmannschaftstrikot zwischen den Pfosten. Eine Karriere, die mit einer 3:4-Niederlage im Auftaktspiel 2016 gegen Gastgeber Weißrussland begann, und einem 5:2-Finalsieg 2026 gegen Gastgeber Tschechien sowie dem Europameistertitel in der Halle endete. Dazwischen liegt eine Karriere voller Highlights und Erinnerungen für die deutsche Torfrau mit 105 Länderspielen auf dem Feld und 14 in der Halle.

Hallen-Weltmeisterin ist sie 2018 bei der Heim-EM in Berlin geworden, dreifache Vize-Europameisterin 2019, 2021 und 2025 und zum Abschluss Hallen-Europameisterin 2026. An Olympischen Spielen konnte sie nur in Pandemie-Zeiten 2020 in Tokio teilnehmen. 2024 war ihr eine Teilnahme aufgrund einer kurzfristigen Verletzung vergönnt.

Sonntag, vor ihrer Hochzeit Ciupka, kämpfte sich danach zurück ins Nationalteam, gewann Silber bei der EM letzten Sommer in ihrer Heimatstadt Mönchengladbach und wurde zur Spielerin des Spiels im Halbfinale gegen Belgien gekürt. Im Interview mit dem DHB sprach Sonntag kürzlich von einer außerordentlichen Ehre, die sie empfunden hat in ihrer Heimatstadt Mönchengladbach in einem Finale gegen Holland stehen zu dürfen. Und davon, dass sich der Aufwand ihres Comebacks gelohnt hat. Aber auch der Aufwand, den sie und viele andere Hockeyspieler*innen betreiben. Julia Sonntag, genannt Ciuppi, ist hauptberuflich Zahnärztin in Mönchengladbach und spielt seit vielen Jahren bei Rot-Weiss Köln.

Am Rande eines Interviews erwähnte sie ihren ehemaligen Trainer Markus Lonnes, der sie nach Köln geholt hatte, und unterstrich den Wechsel nach Köln als Durchbruch in ihrer Karriere. Davor hätte sie, auch in Auswahlmannschaften, viel auf der Bank gesessen und wäre auch in Jugend-Nationalmannschaften nicht zum Einsatz gekommen. In der Nationalmannschaft hatte Sonntag auch immer namhafte Konkurrenz. Yvonne Frank nannte sie als Inspiration zu Anfang ihrer Karriere, Natalie Kubalski ist nur zwei Jahre jünger als Sonntag und die beiden lieferten sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Nationalmannschaft.

Bundestrainerin Janneke Schopman schätzt Sonntag sehr und sprach ihr nach der Verletzung aus der Vorbereitung auf Paris das Vertrauen für ein Comeback in einer verjüngten Nationalmannschaft aus. Schopman wusste um die menschlichen Qualitäten von Sonntag. Die rheinische Frohnatur, die Sonntag verkörpert, tat der jungen Mannschaft, die nach der Rücktrittswelle von Paris dennoch der Erwartungshaltung einer deutschen Nationalmannschaft standhalten musste, gut. Die DANAS übertrafen mitten in einem Entwicklungsprozess die Erwartungen und wurden Vize-Europameisterinnen mit der Chance im Finale gegen die übermächtigen Niederländerinnen sogar das entscheidende Penalty Shootout zu erzwingen.

Sonntag stand, vor allem in der Vorbereitung, bei der EM in Mönchengladbach für jedes Interview und jede Werbekampagne bereit, stets gut gelaunt und immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen. „Ciuppi“ blieb immer transparent, immer nahbar, auch in einer völlig neu zusammengewürfelten Hallen-Nationalmannschaft in Prag und stand immer für einen Ratschlag bereit. Sie betonte im Vorfeld, wie viel Lust sie auf das Projekt Hallen-EM habe und steckte die anderen mit ihrer Attitüde, nochmal alles reinwerfen zu wollen, an. Es gelang, und auch wenn sie im Vorfeld ebenfalls betonte, sie hätte in Mönchengladbach genug Tränen vergossen, konnte man nach dem Triumph in Prag die eine oder andere Krokodilsträne beobachten. Aber das ist der Mensch Julia Sonntag auch: immer mit den Emotionen an der Oberfläche und „das Herz auf der Zunge tragen“, wie sie sagt.

Lena Micheel, mit ihrem Debüt im März 2018 eine der längsten Wegbegleiterinnen von Sonntag in der Nationalmannschaft, huldigte Sonntag, stellvertretend für die DANAS: „Unglaublich stolz schauen wir auf eine beeindruckende Karriere zurück, die zuletzt mit dem Gewinn der Silbermedaille im Sommer und nun der Goldmedaille bei der Hallen-EM gekrönt wurde. Kaum jemandem gönnt man das nach so schwerer Verletzung und der persönlichen Leistung, so stark zurückzukehren, so sehr wie unserer Ciuppi.
Wir verabschieden damit nicht nur eine Weltklasse-Torfrau von der internationalen Hockey-Bühne, sondern auch unsere zarte Stimme der Abwehrchefin, unseren PINK-Spirit und unfassbar viel Herz für die DANAS. Für alles, was jetzt kommt, wünschen wir ihr nur das Beste.“

Der DHB bedankt sich ebenfalls herzlich bei Julia Sonntag für eine großartige Karriere in der Nationalmannschaft und ihren Einsatz für den Verband!

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