Hockey Youth Finals 2026
Knechten: "Wir wollen mit den Hockey Youth Finals die Hockeyjugend in ganz Deutschland ansprechen"
13. May 2026
Andreas Knechten ist DHB-Vizepräsident Jugend und spricht im Interview über die Hintergründe, die Planung und den Namen Hockey Youth Finals.
Die Youth Hockey Finals finden in diesem Jahr im Hockeypark in Mönchengladbach statt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Als ich 2021 zum Vizepräsident Jugend gewählt wurde, habe ich damals schon gesagt, dass es mein großer Wunsch ist während meiner Amtszeit eine große deutsche Jugendmeisterschaft auszurichten. Mir war bewusst, dass das mit viel Arbeit verbunden und kein einfacher Prozess ist. Aus unterschiedlichen Gründen, wie mangelnden Fördergeldern und der Corona-Pandemie kam es in der Zeit nach meinem Amtsantritt nicht zustande.
Im DHB-Präsidium haben wir das Thema in diesem Jahr mit sehr viel positivem Feedback diskutiert und es entstand die Idee, dass wir die Hockey Youth Finals 2026 mit Unterstützung der DHB-Event-Abteilung in Mönchengladbach ausrichten könnten. In den Gesprächen mit weiteren Beteiligten waren alle sehr angetan von der Idee. Eine Herausforderung stellte allerdings von Anfang an dar, dass im Hockeypark nur zwei Kunstrasenplätze zur Verfügung stehen und wir somit keine sechs deutschen Meisterschaften durchführen können. Daher haben wir uns dazu entschieden mit zwei Altersklassen zu starten, der U16 und U18.
In naher Zukunft mit Fertigstellung der Kaltlufthalle möchten wir dann versuchen, eine Deutsche Meisterschaft mit allen sechs Altersklassen auszurichten.
Was war der Antrieb die Deutsche Meisterschaft erstmals nach knapp fünfzehn Jahren wieder selbst auszurichten?
Die Ausrichtung der Jugendendrunde um die Deutsche Meisterschaft 2009 war in meiner Erinnerung ein Riesenerfolg und wenn ich heute mit Eltern über eine mögliche Neuauflage spreche, finden die Idee alle super. Einige Eltern standen in der Vergangenheit auch vor dem Problem, dass mehr als eins ihrer Kinder an der Endrunde teilgenommen haben und sie sich aufteilen mussten. Mit den Hockey Youth Finals können wir in diesem Jahr zumindest etwas Abhilfe schaffen, indem wir die Eltern an einem Ort zusammenbringen.
Wie sieht die Planung für die Deutsche Meisterschaft in den Altersklassen aus?
Zunächst möchte ich die Frage vorwegnehmen, warum wir die DM in der U16 und U18 ausrichten und nicht die der U14 und U16? Hintergrund ist, dass die U18 der letzte Jahrgang der Jugend vor dem Erwachsenenhockey ist und die Spieler*innen sonst nie wieder an so einem Event im Jugendbereich teilnehmen können. Die U14 hat rein rechnerisch noch fünf bis sechs Jahre Zeit an einer DM von diesem Format teilzunehmen. Unsere Zielsetzung ist nämlich die Deutschen Meisterschaften auch zukünftig zentral auszurichten.
Wir wollen in jedem Fall aber eine gleichwertige Deutsche Meisterschaft in der U14 ausrichten und haben vor Kurzem beschlossen, eine Doppelausrichtung bei den Ausrichterbewerbungen in diesem Jahr zu bevorzugen. Wir suchen einen Verein, der die Deutsche Meisterschaft sowohl in der weiblichen als auch männlichen U14 ausrichten kann und möchte. Sollten wir niemanden finden, werden wir es natürlich an zwei verschiedenen Orten durchführen. In jedem Fall werden wir die Ausrichter stark unterstützen, indem wir zwischen den Hockey Youth Finals in Mönchengladbach und den Youth Finals der U14 sowohl kommunikativ Brücken bauen als auch im visuellen Bereich.
Du sprichst von den Hockey Youth Finals, im DHB-Umfeld ist der Begriff Endrunde um die Deutsche Jugendmeisterschaft aus der Vergangenheit ein Begriff.
Richtig, wenn wir die Deutsche Meisterschaft der Jugend auf ein neues Level heben möchten, dann war von Anfang an klar, dass wir einen neuen frischen Auftritt benötigen. Endrunde um die Deutsche Jugendmeisterschaft klingt in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß. Aus diesem Grund haben wir uns einen neuen Namen überlegt, der kürzer und moderner ist. Mit dem neuen Auftritt wollen wir die Hockeyjugend in ganz Deutschland ansprechen und ein unverkennbares Design schaffen. Nachhaltigkeit ist im Jugendbereich ein großes Thema und aus den beiden letzten Europameisterschaften (Anm. d. R. Hallen-EM Heidelberg, Feld-EM Mönchengladbach) hat der DHB viele neutrale Brandings erhalten. Entsprechend war klar, dass die Farben Pink und Blau eine Rolle spielen werden. Diese beiden Farben haben wir in einen, wie ich finde, sehr modernen Look gebracht. Bei den Hockey Youth Finals werden wir auch neue moderne Kommunikationsformate einbinden, damit wir diejenigen erreichen, um die es geht: unsere Jugend.
Mit welchen Anreizen und welchem Rahmenprogramm lockt ihr Zuschauer zu diesem Event?
Es wird ein Rahmenprogramm um die Hockey Youth Finals geben. Es wird ein Fan Village geben. Außerdem gibt es Überlegungen, ein Elternfest auszurichten. Ziel ist, alle Teilnehmenden und Zuschauer*innen an dem Wochenende sehr gut zu unterhalten. Es soll ein Fest für die Hockeyjugend werden, von dem die ganze Hockey-Community profitiert.
Der Eintritt zu den Hockey Youth Finals ist kostenfrei, weil wir das Event und Hockey allgemein der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und so viele Interessierte, wie möglich in den Hockeypark locken wollen. Mein Wunsch ist, dass mit dieser Austragung Freunde und Bekannte von Teilnehmenden, die nichts mit Hockey zu tun haben, den Weg zum Hockey finden und selbst anfangen zu spielen oder ihre Kinder im Verein anmelden. Sollten wir dadurch nur 10-40 neue Kinder für Hockey begeistern können, haben wir schon gewonnen. Außerdem können die Youth Finals 2026 jungen, aktiven Hockeyspieler*innen zusätzliche Motivation geben auf das Ziel einer Teilnahme an den Hockey Youth Finals hinzuarbeiten und dafür in den kommenden Jahren alles zu geben.
Hinzukommt, dass das Zuschauen beim Jugendhockey richtig Spaß macht. Alle wollen geiles Hockey zeigen. Wir rechnen mit einer vierstelligen Zuschauerzahl und ich bin mir sicher, dass wird ein großes Fest des Hockeysports.
Wie ist dein Blick auf die Jugend allgemein mit Blick in die Zukunft und auch in die Vergangenheit?
Natürlich darf man die Konkurrenz für Hockey im Vergleich zu anderen Sportarten und Freizeitbeschäftigungen heutzutage nicht unterschätzen. Es gibt einige im Alter von 10 Jahren, die lieber zocken als zum Sport zu gehen. Es gibt aber immer noch genügend Jugendliche, die Spaß am Sport und einer leistungsorientierten Herausforderung haben. Der Hockeysport hat auch in der Jugend einen extremen Wandel durchgemacht. Vor 10 bis 20 Jahren gab es zwei Trainingseinheiten und eine Leichtathletikeinheit pro Woche. Heute können Zwölf- oder Dreizehnjährige schon berichten, dass sie drei bis viermal die Woche zum Training gehen plus Spiele am Wochenende und eine zusätzliche Leichtathletikeinheit. Außerdem hat jede*r einen persönlich ausgearbeiteten Plan mit individuellen Schwerpunktthemen. Da ziehe ich auch den Hut vor den Jugendlichen, die dieses Pensum absolvieren und sie machen das aus voller Überzeugung.
Ich glaube, dass wir leistungsmäßig im Jugendhockey derzeit sehr gut aufgestellt sind. Wir brauchen uns nicht vor anderen Nationen verstecken und sind auf einem Top-Niveau. Davon wird man sich auch bei den Youth Finals überzeugen können.
Welchen Effekt erwartest Du von dem Nationalen Hockeyleistungszentrum, welches in Mönchengladbach entsteht?
Das Nationale Hockeyleistungszentrum ist für den Hockeysport in Deutschland ein Meilenstein. Wer in Hockey Deutschland was erreichen möchte für den führt kein Weg an Mönchengladbach in der Zukunft vorbei. Die Hockey Youth Finals passen da hervorragend in die Gesamtstory. Auf dem Rasen, auf dem im letzten Sommer die europäische Elite um den EM-Titel gespielt hat, spielen nun die besten Nachwuchsteams Deutschlands um die nationalen Titel in ihrer Altersklasse. Eine größere Motivation ihren Idolen nachzueifern kann es kaum geben.