Freitag, 11. Oktober 2013 - 21. April 2014


Euro Hockey League 2013/2014

EHL: Harvestehude gewinnt deutsch-deutsches Achtelfinal-Duell!

Mi., 16. April, in Eindhoven: Harvestehuder THC – Uhlenhorst Mülheim 1:0 (1:0)

Fotos: EHL / Frank Uijlenbroek

16.04.2014 - Der Harvestehuder THC hat bei seinem Debüt in der Euro Hockey League (EHL) das Viertelfinale erreicht. Die Mannschaft von Trainer Christoph Bechmann setzte sich am Mittwochnachmittag auf der Anlage des niederländischen Meisters Oranje Zwart in Eindhoven im Achtelfinale denkbar knapp 1:0 gegen Ligakonkurrent Uhlenhorst Mülheim durch. Ein verwandelter Siebenmeter von Paul Pongs kurz vor Ende der ersten Halbzeit brachte die Entscheidung zu Gunsten der Norddeutschen im insgesamt dritten deutsch-deutschen Aufeinandertreffen in der EHL-Historie.

Beide Mannschaften boten von Beginn an ein abwechslungsreiches und ausgeglichenes Spiel. Die erste Chance der Begegnung gehörte den Westdeutschen, als Jan Nitschke mit einem Rückhandschlag den Kasten der Hanseaten verfehlte. Auf der Gegenseite führte eine Unachtsamkeit in der Mülheimer Defensive zur ersten Strafecke für den HTHC. Spezialist Michael Körper rutschte sein Schlenzer aber leicht ab, so dass Uhlenhorst-Keeper Felix Reuß den Ball ohne große Mühe parieren konnte und auch den Nachschuss entschärfte.

Im Anschluss daran blieben Kreisszenen auf beiden Seiten zunächst aus. In einem temporeichen Spiel liefen die Kombinationen beider Teams bis zum gegnerischen Viertel flüssig, danach eroberten die aufmerksam arbeitenden Abwehrreihen in der Regel den Ball und leiteten Gegenangriffe ein. Kurz vor Ende des ersten Viertels hatte Uhlenhorst die bis dato größte Chance im Spiel. Jan Fleckhaus nahm ein Anspiel im Kreis an und setzte sich gegen einen Hamburger Abwehrspieler durch. Sein Schuss mit der argentinischen Rückhand ging aber knapp über das Tor von Tobias Walter.

Direkt nach dem Anpfiff des zweiten Viertels holte Benjamin Stanzl mit einem sehenswerten Solo die zweite Ecke für Harvestehude heraus. Diesmal platzierte der österreichische Nationalspieler Körper seinen Schlenzer besser, doch Reuß parierte auch diesen Versuch. In der Folgezeit erhöhte Uhlenhorst den Druck und erspielte sich ein leichtes Übergewicht. Zunächst verpassten die Mülheimer einen Querpass von Christopher Rühr im Kreis des HTHC, dann parierte Hamburgs Torwart Walter die erste Strafecke des neunmaligen europäischen Champions, als Jan Gehlen nach einer unpräzisen Hereingabe zum Schlenzer ansetzte.

Mitten in dieser starken Phase des Tabellensiebten der Hockeyliga, der auch noch in Überzahl agierte, setzte HTHC-Spielmacher Tobias Hauke zu einem unnachahmlichen Solo in den Schusskreis der Mülheimer an und holte wegen eines Stockfouls einen Siebenmeter heraus. Paul Pongs ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte kurz vor der Halbzeit sicher oben links. Zu Beginn des dritten Viertels war Uhlenhorst um eine schnelle Antwort auf den Rückstand bemüht. Thilo Stralkowski verfehlte mit einer argentinischen Rückhand das Tor der Hamburger nur knapp.

Weil sein Versuch aber einen Abwehrspieler des HTC am Körper traf, entschieden die Unparteiischen nach Videobeweis auf Strafecke. Aber auch diesen Standard spielte der deutsche Rekordmeister nicht sauber aus, sondern verstoppte die Ecke. Harvestehude setzte zum schnellen Gegenangriff an, an dessen Ende Tim-Oliver Linsmeier den Ball wenige Meter vor dem Tor von Felix Reuß mustergültig serviert bekam, mit seinem Schuss aber am Mülheimer Keeper scheiterte. Auf der Gegenseite lenkte Stralkowski kurz darauf eine Hereingabe von der linken Seite per Stecher rechts am Tor vorbei.

Wieder nur wenige Minuten später setzte der Nationalspieler die dritte Strafecke für Uhlenhorst neben den Harvestehuder Kasten. Auch wenn Mülheim in dieser Phase mehr Spielanteile hatte, blieben die Konter der Norddeutschen doch gefährlicher. So hatte Johan Björkmann kurz vor Ende des dritten Viertels nach einer schönen Kombination die Chance, die Führung auszubauen. Sein Schuss mit der argentinischen Rückhand ging aber knapp am langen Pfosten vorbei, wo Michael Körper den Ball auch noch verpasste.

Im Schlussviertel beschränkte sich Harvestehude auf das Verteidigen des knappen Vorsprungs, was auch dem Umstand geschuldet war, dass die Norddeutschen beinahe die komplette Schlussphase in Unterzahl agieren mussten und Mülheims Trainer André Henning in den letzten Minuten des Spiels zudem den Torhüter für einen weiteren Feldspieler vom Platz nahm. Die Überzahl konnte Uhlenhorst aber nicht mehr zum Ausgleich nutzen. Stralkowski scheiterte frei aus kurzer Distanz an Walter, Florian Scholten verfehlte das Tor nur knapp.

Zudem wehrten die Hamburger zwei Strafecken erfolgreich ab. Und als der Ball dann doch im Tor der Hamburger war, entschieden die Unparteiischen nach Videobeweis zu Recht darauf, dem Treffer die Anerkennung zu verweigern. Nach einem Schuss von Lukas Windfeder war der Abpraller von Torhüter Walter Benedikt Fürk an den Fuß geprallt, bevor der Ball ins Tor trudelte. So blieb es am Ende beim knappen Erfolg der Hanseaten, die am Freitag (11.30 Uhr) im Viertelfinale auf den Club de Campo aus Madrid (ESP) treffen, der im Achtelfinale zuvor den Saint Germain HC aus Frankreich klar 5:0 besiegte.

 

„Meine Mannschaft war auf den Punkt topfit und hat eine sehr stake kämpferische Leistung gezeigt“, sagte Harvestehudes Trainer Christoph Bechmann. „Wir wussten, dass wir mit Mülheim auf einen Gegner treffen, der mit uns auf Augenhöhe ist. Entsprechend eng und umkämpft war das Spiel. Wir hätten das 2:0 erzielen müssen, um etwas mehr Ruhe ins Spiel zu bringen, so hat Mülheim am Ende in Überzahl natürlich viel Druck gemacht. Wir haben aber defensiv eine Top-Leistung gezeigt und hatten darüber hinaus einen starken Torhüter.“ Für das Viertelfinale am Freitag rechnet sich der Coach gute Chancen aus. „Der Club de Campo ist ein machbarer Gegner.“

Der heutige Gegner Mülheim hingegen schied wie schon im Vorjahr gegen eine deutsche Mannschaft aus der EHL aus. Damals unterlag Uhlenhorst im Viertelfinale Rot-Weiss Köln. Nach dem heutigen Aus gegen den HTHC haderte Mülheims Trainer André Henning vor allem mit der Chancenverwertung. „Wir waren insbesondere in der zweiten Halbzeit das klar überlegene Team und hatten Chancen für mehrere Spiele. Leider haben wir es nicht geschafft, uns zu belohnen. Harvestehude hat gerade in Unterzahl sehr gut verteidigt, und wir haben im Kreis die letzte Konsequenz vermissen lassen. Trotzdem ist es bemerkenswert, wie mein Team, bei dem die Hälfte des Kaders noch unter 20 Jahre ist, hier aufgetreten ist. Wir haben nicht aufgesteckt und spielerisch dominiert.“

 

Tore:

1:0 Paul Pongs (7m, 33.)

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Strafecken:

HTHC 2 (0 Tore) / UM 5 (0 Tore)

 

Gelbe Karte:

Körper (HTHC, 29.)

Polk (HTHC, 57.,)

Linsmeier (HTHC, 62.)

Stanzl (HTHC, 67.)

 

Schiedsrichter:

Vazquez (ESP) / Jamson (ENG)

 
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Endstand
1. Harvestehuder THC
2. MHC Oranje Zwart
3. Racing Club Bruxelles
4. KHC Dragons
Punkte

Für die EHL Gruppenphase gilt folgende Punkteverteilung:


Sieg 5 Punkte
Unentschieden 2 Punkte
Niederlage mit ...
Tordifferenz ≤ 2 Tore 1 Punkt
Tordifferenz > 2 Tore 0 Punkte

 

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