Weltmeisterschaft 2026 in Belgien und den Niederlanden
HONAMAS ziehen nach Krimi gegen Argentinien ins WM-Finale ein
28. August 2026
In einer intensiven Partie setzte sich die deutsche Herren-Nationalmannschaft verdient mit 2:1 gegen Argentinien durch und steht jetzt im WM-Finale ein.
Torschützen:
1:0 Justus Weigand (33.)
1:1 Tomas Domene (46.)
2:1 Paul Kaufmann (54.)
Die erste Hälfte:
Das Spiel begann ungünstig für die deutschen Herren. Johannes Große bekam ganz früh die Grüne Karte, weil er seinen Gegenspieler unfair geblockt hatte. Aber die Argentinier konnten das Überzahlspiel nicht nutzen. Die Mannschaft von Kapitän Tom Grambusch schüttelte sich nur kurz und zeigte sich hochkonzentriert. Nach einem langen Pass von Grambusch war es Michel Struthoff, der erstmals im Kreis zum Abschluss kam. Der Ball flog aber ins Seitenaus. Es entwickelte sich fortan ein Spiel, das viele so erwartet hatten: Ganz viel fand im ersten Viertel zwischen den Kreisen statt, die Zweikämpfe wurden bissig geführt, Chancen blieben lange Mangelware. Beide Teams neutralisierten sich in dieser Phase. Es war der Kapitän, der immer wieder mit langen, hohen Bällen versuchte, seine Offensivleute in Szene zu setzen. Aber noch blieb es bei Versuchen.
Auch im zweiten Viertel passierte zunächst wenig. Es war auch der enormen Bedeutung dieses WM-Halbfinales geschuldet, dass es weiter ein gegenseitiges Abtasten blieb. Auf beiden Seiten waren es vor allem Einzelaktionen, die herausstachen. Hier mal ein schönes Dribbling, da ein Zuckerpass, mehr war aber nicht. Richtig gefährlich wurde es erstmals durch Paul Kaufmann, der mit Tempo auf das Tor der Argentinier zusteuerte, aber keinen Druck hinter die Kugel bekam (25.). Kurz danach segelte ein scharf geschossener Ball von Moritz Ludwig durch den Kreis und auch ins Tor, aber kein deutscher Schläger war mehr dran. Kurz vor der Pause hatte Justus Warweg die nächste Chance für die DHB-Auswahl. Es blieb aber nach zwei eher ereignisreichen Vierteln beim 0:0.
Die zweite Hälfte:
Nach dem Wechsel spielte die DHB-Auswahl sofort nach vorne und kam durch Justus Weigand zu einer weiteren guten Gelegenheit. Der Ball wurde aber in letzter Sekunde von der Linie gekratzt. Kurz darauf war es aber so weit. Wieder war es Weigand, der aus kurzer Distanz per Stecher die verdiente Führung für die deutsche Nationalmannschaft erzielte (33.). Was für eine Befreiung in diesem Nervenspiel. Argentinien musste nun mehr tun – und tat das auch. Aber die Defensive um Grambusch, Jakob Brilla und Co. machte ihre Sache exzellent. Argentinien hatte jetzt zwar mehr Ballbesitz, aber das Pressing der Deutschen setzte ihnen sichtlich zu. Und es gab auch weitere Chancen für das DHB-Team. Hannes Müller hatte kurz vor Ende des dritten Viertels das 2:0 auf dem Schläger, der Goalie der Gauchos reagierte aber glänzend.
Das letzte Viertel begann mit einem Schock für Deutschland: Grambusch verursachte eine Strafecke bei einem Konter. Tomas Domene, wer sonst, verwandelte eiskalt zum Ausgleich (46.). Das Spiel drohte nun zu kippen. Argentinien kam ins Rollen, brachte sich aber durch eine Gelbe Karte selbst wieder in Schwierigkeiten. Die Überzahl nutzten die Deutschen gekonnt: Moritz Ludwig schlenzte scharf in die Mitte, wo Paul Kaufmann völlig alleingelassen ins leere Tor abstaubte (54.). Nach der erneuten Führung wog das Spiel hin und her. Die Argentinier nahmen drei Minuten vor Schluss ihren Torhüter Santiago vom Feld. Argentinien kam noch einmal vor das Tor, allerdings ohne Erfolg. Auf der anderen Seite sorgte Christopher Rühr für Entlastung und nahm clever Zeit von der Uhr, sodass es beim 2:1-Sieg für die HONAMAS blieb.
Die Szene des Spiels:
Das 2:1 durch Paul Kaufmann nach schöner Vorlage von Moritz Ludwig, der im 3D-Dribbling in den Kreis zog und in Bedrängnis noch zum Abschluss kam.
Stimmen zum Spiel:
André Henning: „Das war heute die Meisterprüfung in Sachen Mentalität. Es war auf dieser Ebene das schwierigste Spiel gegen den schwierigsten Gegner. Ich bin sehr froh, wie wir uns dagegengestemmt haben – gerade auch nach dem 1:1. Da haben wir etwas gewackelt. Was für eine Reise mit dieser Mannschaft in diesem Jahr im WM-Finale zu stehen. Es ist jetzt das vierte Finale bei einem großen Turnier hintereinander. Das ist in dieser Konstanz überragend und auch etwas überraschend.“
Justus Weigand: „Ich bin überglücklich, es war nämlich der erwartbar harte Kampf. Ich muss dem Team ein großes Kompliment machen. Nach dem 1:1 haben wir ein, zwei Minuten gebraucht. Danach haben wir uns wieder gefunden. Das war mental heute eine Meisterleistung.“
Moritz Ludwig: „Ich freue mich riesig nach 2023 ein weiteres Finale spielen zu dürfen. Wir hatten schon erwartet, dass es ein Spiel auf Augenhöhe wird, denn die Argentinier haben ein super starkes WM-Turnier gespielt. Jetzt bedeutet es sich gut auf das Finale vorzubereiten und am Sonntag werden wir alles geben.“
Der Ausblick:
Die deutschen Herren treffen am Sonntag, den 30.08., im WM-Finale um 16:30 Uhr in Wavre auf Spanien.