hero image

Herbstpokal 2026

Valentin Altenburg: "Unser Ziel ist es, die Talente Deutschlands zu identifizieren und gleichzeitig weiterzuentwickeln. Wir vermitteln, was es bedeutet, auf internationalem Niveau Hockey zu spielen."

02. October 2026

Am kommenden Wochenende findet der Herbstpokal in Berlin statt. Im Interview sprechen wir mit dem Technischen Direktor Jugend des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), Valentin Altenburg, über die Bedeutung des Sichtungsturniers und den Weg vom Herbstpokal bis in die Weltspitze des Hockeysports.

Hallo Valentin, am kommenden Wochenende findet der Herbstpokal in Berlin statt. Im vergangenen Jahr wurde das Turnier in Mannheim ausgetragen. Welchen Hintergrund haben die wechselnden Austragungsorte?

Gute Frage: Wir rotieren durch unsere Bundesstützpunkte. Im vergangenen Jahr waren wir am Bundesstützpunkt Mannheim. In diesem Jahr sind wir in Berlin, und in den nächsten Jahren werden wir voraussichtlich im Westen Deutschlands, sowie in Hamburg sein. Wir wollen damit aktuell an allen Bundesstützpunkten präsent sein und diese Standorte dadurch auch mit Leben füllen.

Der Bundesstützpunkt Berlin unterstützt uns dankeswerterweise intensiv bei der Organisation des Herbstpokals. Wir sprechen immerhin von über 250 Menschen mit über 160 Spieler*innen, rund 40 Trainer*innen sowie weiteren Offiziellen, Schiedsrichter*innen inklusive Beobachter*innen, Teammanager*innen und Videoanalysten. Das ist mit all seinen Schnittstellen eine echte Mammutaufgabe. Großer Dank an den Bundesstützpunkt Berlin, Z88 und BHC und das ganze Orga-Team um Laura Stremmel und Marion Büffor.

Der Herbstpokal steht kalendarisch am Ende des Jahres. Welche Bedeutung hat das Turnier im Leistungssportkalender des DHB?

Wir praktizieren einen Sichtungsdreiklang für den Einstieg in die Talententwicklung im DHB: Erstens die Landessichtung als Auftakt mit zweitägigen Trainingsmaßnahmen in den Regionen in enger Zusammenarbeit mit den Landesverbänden. Zweitens den Herbstpokal und drittens die DHB-Zentralsichtung.

Von den Teilnehmenden des Herbstpokals werden aufgrund der Sichtungsergebnisse der Landessichtungen und des Herbstpokals 36 Jungen und 36 Mädchen für die DHB-Zentralsichtung nominiert. Diese findet Anfang November statt und ist die erste offizielle Maßnahme der U-Nationalmannschaften mit den U-Bundestrainern.

Und dieser Dreiklang aus Landessichtung, Herbstpokal und Zentralsichtung führt zur Kaderbildung und daraus entwickelt sich der Kader für das Jahr 2027.

Unsere Talentpyramide sieht vor, dass die Kadergrößen in den U16-Nationalmannschaften größer sind als später in der U21. In der Regel setzen wir in den U16-Nationalmannschaften 40 bis 45 Spieler*innen ein.

Du hast erwähnt, dass rund 40 Trainer*innen beim Herbstpokal involviert sind. Wer sichtet eigentlich genau beim Herbstpokal?

Durch die vielen Trainer*innen und das Sichter-Team gelingt es uns aus verschiedenen Perspektiven und mit vielen unterschiedlichen Augen auf die Talente, ihre Stärken und ihre Potentiale zu gucken. Die drei DHB-Sichter sind Bundestorwarttrainer James „Jimmy“ Lewis, Bundesathletiktrainer Pierre Gillo und ich.

Mit Jimmy schauen wir speziell auf die Torhüter*innen, Pierre guckt aus athletischer Brille auf die athletischen Fähigkeiten, und ich fokussiere mich an diesem Wochenende vor allem auf die hockeyspezifischen Qualitäten. Wir bringen diese unterschiedlichen Perspektiven und kombinieren das mit dem Viel-Augen-Prinzip, um eine möglichst ganzheitliche Talentsichtung zu ermöglichen.

Unser Ziel ist es, die Talente Deutschlands zu identifizieren und gleichzeitig weiterzuentwickeln. Wir vermitteln, was es bedeutet, auf internationalem Niveau Hockey zu spielen. Mir ist besonders wichtig, dass wir dabei unsere größten Spieler*innen Talente des Landes mit unseren besten Trainer*innen zusammenbringen. Trainerkoryphäen wie Markus Lonnes und Markus Weise sind vor Ort und auch Charlotte Stapenhorst wird als Trainerin der weiblichen U15-Nationalmannschaft eines der Teams beim Herbstpokal betreuen.

Was macht dieses Sichtungsturnier als Format so besonders?

Wir haben fünf weibliche Mannschaften mit insgesamt 90 Spielerinnen aus drei Jahrgängen sowie vier männliche Mannschaften mit 70 Spielern aus zwei Jahrgängen. Alle neun Teams sind aus allen Regionen bunt zusammengewürfelt. Das Besondere am Herbstpokal ist darüber hinaus, dass wir wieder alle DHB-Trainer*innen und fast alle Landestrainer*innen in gemischten Trainerteams mit unseren Talenten zusammenbringen. Damit erreichen wir, dass DHB- und Landestrainer*innen eng zusammenarbeiten. So können wir unsere Philosophie gemeinsamer leben und auf die Hockey-Plätze 

Auch und gerade dadurch ist der Herbstpokal eine wirkungsvolle Maßnahme, um wichtige Impulse aus der Weltspitze in alle Hockeyregionen Deutschlands zu tragen und die Entwicklung des internationalen Top-Hockeys in die Talentsichtung und -entwicklung frühzeitig zu integrieren.

Nach dem Erfolg des vergangenen Jahres, als wir den Herbstpokal erstmals in dieser Form ausgetragen haben, bin ich sehr froh, dass sich dort der gesamte Nachwuchsleistungssport im deutschen Hockey trifft und gemeinsam ein Turnier nach aktuellen wissenschaftlich Goldstandards durchführt. 

Wie wurde die Auswahl der Spieler*innen getroffen? 

Die Spieler*innen kommen auf drei unterschiedlichen Wegen zum Herbstpokal. Die erste Gruppe bilden die DHB-Spieler*innen, die in diesem Jahr bereits für die U16-Nationalmannschaft gespielt haben. Der zweite Weg geht über die Landessichtungen, aus denen ich einen größeren Teil der Teilnehmenden für den Herbstpokal nominiert habe. Und der dritte Weg sind sogenannte Listenplätze, über die die Landesverbände gemeinsam mit ihren Landestrainer*innen zusätzliche Spieler*innen nominieren können. Dabei handelt es sich häufig um Talente, die sich bei den Landessichtungen noch nicht vollständig durchsetzen konnten oder bisher noch nicht im Fokus des DHB standen. Dafür gibt es Kontingentplätze für die Verbände, über die weitere Spieler*innen für den Herbstpokal nominiert werden können. Wichtig ist uns hierbei, dass das System so für Entwicklungen offenbleibt und wir uns über diese Entwicklungen eng mit den verantwortlichen Landestrainer*innen, die die Spieler*innen vor Ort kontinuierlich begleiten, im Austausch sind.

Gibt es Veränderungen im Vergleich zum Herbstpokal 2025 ?

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Einbindung von Spiel- beziehungsweise Videoanalyst*innen. Neben den Perspektiven der Spieler*innen, Trainer*innen, Schiedsrichter*innen und der Turnierleitung, nutzen wir den Herbstpokal auch für die Ausbildung von Videoanalysten.  Gemeinsam mit DHB-Chefanalyst Gero Leichenich bieten wir in Berlin eine Analystenausbildung an, die direkt an den Herbstpokal angebunden ist. Die angehenden Analyst*innen lernen, spiele qualitativ wertvoll zu filmen, zu coden und zu analysieren und stellen den Mannschaften ihre Arbeit zur Verfügung, auf die sowohl Spieler*innen als auch Trainer*innen zurückgreifen werden. Das ist eine spannende Kooperation zwischen dem DHB-Leistungssport und der DHB-Akademie. So integrieren wir den Bildungsaspekt direkt in das Gesamtkonzept und schaffen ein Angebot aus einem Guss.

Die Mannschaften beim Herbstpokal werden, wie auch im letzten Jahr, von Spieler*innen als Kapitäne angeführt, die in diesem Jahr schon DHB-Erfahrungen gesammelt haben. Auf Vorschlag von Landestrainer Hermann Ellenbeck werden wir in diesem Jahr die Erwartungen an die Rolle „Kapitän“ im Vorfeld des Turniers abgleichen und schärfen.

Mehr zum Thema

Alle Spiele unserer Danas und Honamas live und kostenfrei

Hauptpartner

Premium-Partner

Partner

Mit Unterstützung durch