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WM-Finale der Herren 2026

Gegnervorschau Spanien: Unliebsam und Unbequem

29. August 2026

Am Sonntag kommt es im WM-Finale zum Duell der deutschen Herren gegen Spanien (30.08., 16:30 Uhr).

Seit dem Amtsantritt von Spaniens Trainer Max Caldas haben die HONAMAS gegen Spanien nur vier Siege in 13 direkten Duellen mit den Iberern zu verzeichnen. Caldas ist vielleicht auch der Star einer Mannschaft ohne echte Stars. Torhüter Luis Calzado sticht heraus mit seiner hünenhaften Statur, Kapitän Marc Miralles gilt schon lange als Top-Spieler (50 Tore in 154 Spielen) mit internationalem Format. Die eigentliche Stärke des spanischen Teams ist aber das Kollektiv und dessen taktische Schärfe. Es wird nicht wenige im deutschen Lager gegeben haben, die sich eher die unliebsamen Niederländer als Finalgegner gewünscht haben als die noch unliebsameren Spanier. Zumal beide schon in der Zwischenrunde aufeinandertrafen, mit dem besseren Ende für die Spanier. Verteidiger Benedikt Schwarzhaupt erinnert sich: „Spanien ist ein schwieriger Gegner. In der Zwischenrunde haben wir ja gegen sie verloren. Ihre Spielweise ist sehr zielstrebig und auch temperamentvoll. Für uns ist es wichtig, bei uns zu bleiben. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren. Nicht deren Spiel an uns heranzulassen, darauf wird es auch ankommen. Wir dürfen uns auch nicht von ihren Mindgames anstecken lassen."

Schwarzhaupt spricht die mentale Stärke des Teams von Caldas an. Darin ähnelt sich das spanische Team Deutschlands Halbfinalgegner, Argentinien. Das Temperament brachte den Spaniern vermeintlich auch den Finaleinzug. Eine Mannschaft, die jede Defensivaktion feiert, zermürbte die Weltranglistenersten aus den Niederlanden vor heimischer Kulisse und sorgte für die spielentscheidende Aktion. Jordi Bonastre feierte einen abgewehrten Abschluss von Duco Telgenkamp und dieser sah sich zu einer Tätlichkeit hingerissen beim Stand von 1:1 in der 49. Minute. Telgenkamp dezimierte seine Mannschaft für 10 Minuten und Spanien setzte sich mit einem 4:3 durch gegen die Niederländer. Die Deutschen haben gegen Argentinien aber ihre mentale Stärke bewiesen. Bundestrainer André Henning sprach von einem „Mentalitäts-Marathon“ nach dem Halbfinalsieg. Ähnliches erwartet die HONAMAS auch im Finale gegen Spanien. Das antizipiert auch Kapitän Tom Grambusch: „Wir erwarten mit Spanien einen Gegner, der sehr gut taktisch eingestellt ist. Sie surfen seit zwei, drei Jahren auf einer Erfolgswelle. Sie haben hier Belgien und Holland rausgekegelt, insofern ist es keine Überraschung, dass sie im Finale stehen. Ich glaube nicht, dass das Spiel an der Taktiktafel entschieden wird, sondern vielmehr wird es um die kleinen Dinge gehen auf dem Platz: das Momentum, vielleicht auch eine Schiedsrichterentscheidung. Und am Ende wird es auch eine mentale Frage sein, wer dieses Spiel gewinnt. Wir werden jedenfalls bestens vorbereitet sein und alles reinlegen."

Beim Zwischenrundenduell hatten die Deutschen noch den Kürzeren gezogen, aber der Hunger auf einen Sieg gegen Spanien ist dadurch noch größer geworden und die Niederlage hat den Deutschen für den weiteren Turnierverlauf geholfen, wie Trainer Henning unterstreicht: „„Es ist für mich keine große Überraschung, dass Spanien im Finale steht. Das Team hat sich seit Jahren konstant entwickelt und schon bei den vorigen großen Turnieren vermeintliche Favoriten ausgeschaltet. Die Spanier haben viele individuelle Top-Spieler, sind konterstark und dadurch zu jeder Zeit gefährlich. Unsere Niederlage gegen die Spanier im Laufe des Turniers hat uns eine Menge wertvoller Informationen geliefert, was wir besser machen müssen - und die Mannschaft hat auch eine steile Lernkurve bewiesen. Ohne dieses Ergebnis und den Druck, der daraus resultierte, würden wir jetzt nicht im Endspiel stehen. Diese Learnings, die wir gegen Australien und Argentinien gezeigt haben, müssen wir auch am Sonntag auf den Platz bringen.“

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