Hockey Youth Finals 2026
"Das ist eine tolle Erfahrung als junge Spielerin in so einem Stadion spielen zu dürfen"
12. September 2026
2009 war DANAS-Spielerin Hanna Rothländer dabei als die Deutschen Meisterschaften der Jugend letztmals in Mönchengladbach und im HockeyPark ausgetragen wurden. Im Kurzinterview spricht sie über ihre schönsten Erinnerungen, die Hockey Youth Finals 2026 und wie sie die Jugend-DMs auf die Nationalmannschaft vorbereitet haben.
Hanna, wenn du an die Jugend-DM 2009 in Mönchengladbach denkst, was kommt dir als Erstes in den Kopf?
Ich glaube in dem Moment, als es hieß, dass die DM in Mönchengladbach stattfindet, war ich mir der Bedeutung nicht ganz bewusst, da es auch meine erste Deutsche Meisterschaft war. Ich habe auch ein Jahr höher gespielt, also war ich noch sehr jung, aber im Nachgang würde ich sagen, dass das die Deutsche Meisterschaft war, an die ich mich am liebsten zurückerinnere. Es war einfach unglaublich, mit diesen ganzen Mannschaften an einem Ort zu sein und als A-Mädchen in diesem Riesenstadion zu spielen. Das war etwas ganz Besonderes. Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht realisiert, was es bedeutet, dass wir alle zusammen nach Mönchengladbach fahren. Im Nachhinein wurde mir dieses Privileg erst bewusst. Außerdem war die Jugend-DM 2009 auch ein besonderer Moment für meinen damaligen Verein, denn der UHC (Anm. d. Red.: Uhlenhorster HC) konnte in Mönchengladbach vier von sechs möglichen Deutschen Meister-Titeln gewinnen. Darum habe ich auch unglaublich schöne Erinnerungen an dieses Wochenende. Meine Eltern reden jetzt noch mit Begeisterung davon, wie toll dieses Event war. Meine Schwester hat zudem auch gleichzeitig mit der wU18 vom UHC an der Jugend-DM teilgenommen, allerdings nicht im Stadion, sondern beim Rheydter SV. Zusammen als Geschwister an einem Ort eine Deutsche Meisterschaft zu spielen, hat dieses Wochenende noch besonderer gemacht. Das gab es dann auch nie wieder.
Wie besonders war das für dich in diesem Stadion zu spielen?
Auf jeden Fall sehr besonders. Ich habe 2006 auch bei der WM in Mönchengladbach mit meiner Familie zugeschaut, als die HONAMAS Weltmeister wurden. Das war mein erstes großes internationales Hockeyturnier. Die Karten habe ich von meinen Eltern bekommen, nachdem es für die Fußball-WM keine Karten mehr gab. Meine Eltern beschlossen daraufhin, dass wir stattdessen zur Hockeyweltmeisterschaft fahren würden. Somit war ich 2006 als kleines Mädchen dabei und an diese WM kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Ein paar Jahre später selbst in diesem Stadion zu spielen, war dementsprechend riesig. Das ist einfach eine tolle Erfahrung als junge Spielerin in so einem Stadion spielen zu dürfen.
Kannst du einmal über die Bedeutung der Jugend-DMs für Spieler*innen sprechen?
Ich habe die Teilnahme und die Vorfreude immer geliebt. Schon die Zwischenrunden, bei denen die Duelle alles schon K. O. Spiele sind, waren schon besonders. Ich hatte das Privileg immer in diesen weiterzukommen. Ich war immer Teil von guten Mannschaften, mit denen ich oft gewonnen habe und das sich schon fast selbstverständlich anfühlte. Im Nachhinein habe ich erst verstanden, was ich für tolle Erfolge feiern konnte und das auch noch mit meinen Freundinnen zusammen. Das hat auch den Grundstein gelegt in meiner Hockey-Karriere immer noch mehr zu wollen und diesen nächsten weiteren Schritt zu gehen. Die Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften haben mich motiviert und Lust gemacht auf diesen nächsten Schritt eines Tages Teil der Nationalmannschaft zu werden. Die Deutschen Meisterschaften sind eine gute Vorbereitung, weil ich an einem bestimmten Tag meine Leistung bringen musste, um zu zeigen, was ich kann.
Ich erzähle jetzt immer noch von einzelnen Momenten, weil es eine schöne Erfahrung war für alle und darum ist es wünschenswert, dass jeder das einmal erleben darf in seiner Karriere, auch wenn das unrealistisch ist, aber die Jugend-DMs haben mir sehr viel gegeben und dafür bin ich dankbar.
Du bist 2009 mit deiner Mannschaft Deutsche Meisterin geworden. Welche Erinnerungen hast du an das Finale?
Das erste Mal die Nationalhymne bei einem Spiel, bei dem ich selber auf dem Platz stand zu hören, war unglaublich. Das war Gänsehaut pur und an diesen Moment erinnere ich mich noch sehr gut. Mit den DANAS höre ich die Hymne bei Länderspielen jetzt sehr regelmäßig, damals war das aber ein unvorstellbares Privileg und ich habe das danach erst geschafft richtig einzuordnen. Das Finale war super eng und wir haben am Ende knapp mit 2:1 gegen den SC Charlottenburg gewonnen. Ich weiß noch, dass ich sogar ein Tor geschossen habe als kleiner Stöpsel. Das Finale war auf einem tollen Niveau und auf dem Platz zu stehen hat richtig Bock gemacht, weil es so eng und spannend war. Es hätte in beide Richtungen ausgehen können, dementsprechend groß war die Freude, als wir gewonnen haben. Meine beste Erinnerung ist aber an den Moment, wo die Nationalhymne lief, vor dem Spiel.
Wo ranken die Erfolge in der Jugend in deiner Karriere?
Weit oben, denn meine Jugendzeit war sehr besonders beim UHC und dementsprechend würde ich die Erfolge hoch ranken. Ich war bei den DANAS aber auch schon sehr erfolgreich und hatte viel Spaß. Daher würde ich nicht sagen, dass ich mit einem traurigen Auge zurück schaue auf die Jugendzeit, aber es war dennoch eine besondere Zeit, die mich sehr geprägt hat und die mich als Spielerin besser gemacht hat. Ich hatte wirklich tolle Trainer, die mich super ausgebildet haben und Wert auf eine ganzheitliche Ausbildung gelegt haben. Die Zeit bei meinem Jugendverein hat daher viel beigetragen zu der Spielerin, die ich heute bin.
Und wie findest du die Idee der Youth Finals die Endrunden an einem Ort zusammenzubringen?
Ich finde die Idee super. Es ist fast schon schade, dass es so lange gedauert hat, bis es dieses Format erneut gibt. Darum fände ich es sehr cool, wenn die Youth Finals regelmäßig stattfinden würden, denn ich glaube, dass es dieses Event noch besonderer für alle macht. Ich erinnere mich noch, dass wir 2009 zwischen den Plätzen hin- und hergefahren sind, um überall zugucken zu können. Mit den Youth Finals kann es auch gelingen, dass mehr Zuschauer an einen Ort kommen und diese sich sind nicht auf ganz Deutschland verteilen. Darum finde ich die Youth Finals eine sehr gute Idee und ich denke, dass das noch mehr Interesse wecken kann auch als Außenstehender dahin zu gehen, weil man alle Altersgruppen sehen kann. Auch für die Jugendlichen ist es unglaublich, solche Ereignisse zu haben, auf die man darauf hinarbeiten kann.
Wie haben dich die Erfahrungen in der Jugend, vor allem bei den Deutschen Meisterschaften, auf deine Nationalmannschaftskarriere vorbereitet?
Diese Erfahrungen helfen enorm auf dem Weg zur Nationalmannschaft. Du musst dich regelmäßig in deiner Altersklasse mit den Besten messen, das hilft. Außerdem bin ich durch regelmäßige Teilnahmen an den Jugend-DMs präsent gewesen und die Bundestrainer gucken sich diese Wettbewerbe natürlich auch an. Dabei schauen sie genau hin, wie man unter Druck performt und wie man in seinem Team funktioniert. Natürlich gibt es auch Spielerinnen, die vielleicht gute Einzelspielerin sind, aber mit ihrer Mannschaft bei den Zwischen- und Endrunden nicht so weit kommen, weil die Qualität im Rest des Teams fehlt. Das wird bei der Bewertung aber auch berücksichtigt und ich finde bemerkbar, dass auch Spielerinnen den Schritt in die Nationalmannschaft schaffen, die aus kleineren Vereinen kommen und nicht nur bei den Top-Clubs gespielt haben. Ich hatte das Glück mich in einer Regelmäßigkeit auf dieser großen Bühne zu zeigen und damit in dem Bewusstsein zu sein nach einem Spiel, was nicht so gut war, möglicherweise in drei weiteren Spielen zu zeigen, was in mir steckt.
Seit 2015 spielst du beim Club an der Alster, bist mittlerweile Kapitänin und seit 2017 Teil der DANAS, mit denen du gerade an der WM in Belgien und den Niederlanden teilgenommen hast. Wie geht es für dich jetzt erstmal weiter?
Ich habe mich im Juni entschieden nochmal eine Auslandserfahrung zu sammeln und werde die nächste Saison beim Club de Campo in Madrid spielen. Ich bin erst kürzlich umgezogen, habe bereits meine ersten Trainingseinheiten mit der neuen Mannschaft und freue mich sehr auf dieses Kapitel meiner Karriere. Ich bin mit dem Umzug auch das erste Mal überhaupt in Madrid und sehr gespannt auf die Stadt und die Zeit in Spanien.