Freitag, 9. Oktober 2009 - Sonntag, 23. Mai 2010


Euro Hockey League 2009/2010

EHL: Alster und UHC vor „drohendem“ Viertelfinal-Duell in Rotterdam

Kölner Herren fit für Euro-League-Einsatz

31.03.2010 - Alles andere als ein einfaches Los hat der Club an der Alster für sein Euro-Hockey-League-Achtelfinale am Ostersamstag gezogen. Das Team von Trainer Joachim Mahn trifft in Rotterdam, wo die Achtel- und Viertelfinalrunden über Ostern ausgetragen werden, auf den Titelverteidiger HC Bloemendaal aus den Niederlanden – und das immerhin schon zum zweiten Mal in Folge, nachdem die Holländer schon in der ersten Gruppenphase mit 2:1 gegen Alster gewannen. Der UHC bekommt es mit den Waterloo Ducks aus Belgien zu tun. Sollten sich beide Teams durchsetzen, dann „droht“ im Viertelfinale am Ostermontag das direkte Duell der beiden Hamburger Vertreter. Mit großer Vorfreude sieht das Herrenteam von Rot-Weiss Köln dem Achtelfinale in der Euro Hockey League am Karfreitag im Hockeystadion von Rotterdam entgegen. Das Team von Trainer Christoph Bechmann trifft dort um 17.00 Uhr im letzten Match des Tages auf den irischen Champion Pembroke Wanderers.

 

Alster trotz "Hammerlos" durchaus optimistisch

Hört man Alster-Coach Joachim Mahn zu, dann merkt man bald, dass die „Kopfschmerzen“ bei den Alsteranern gar nicht einmal dem Hammerlos im Achtelfinale geschuldet sind, sondern zwei Unfällen in der Vorbereitung. Tobias Hentschel bekam am Donnerstag einen Ball gegen den Kopf, hatte aber Glück, dass das Jochbein nicht brach und jetzt nur ein ordentliches Blaues Auge den Stürmer ziert. Und dann wurde am Wochenende auch noch Abwehrchef und Strafeckenspezialist Jonathan Fröschle bei der Eckenabwehr auf der Linie am Kopf getroffen.

Mahn: „Da habe ich im ersten Moment Schlimmes befürchtet, aber Jojo ist ein harter Hund. Der hat das schnell verkraftet.“ Am Dienstag haben sich die Alsteraner das erste Duell gegen Bloemendaal noch einmal in voller Länge auf Video zu Gemüte geführt. „Da hatten wir in der ersten Hälfte eine unglaubliche Ballsicherheit, waren klar überlegen. Bloemendaal war zweimal im Kreis bei uns und hat daraus zwei Tore gemacht.“

Ein Joker für Alster könnte Keeper Tim Jessulat werden, der nach der tollen Weltmeisterschaft zurzeit vor Selbstvertrauen strotzt. Mahn: „Der bringt unsere Stürmer im Training reihenweise zur Verzweiflung. Die WM hat bei ihm eine unglaubliche Leistungsexplosion ausgelöst.“ Zudem könnten die personellen Abgänge von Nick Meijer – immerhin zweifacher Torschütze im Hinspiel – und Laurence Docherty (Kniescheibenbruch) die Holländer schwächen, auch wenn sie den Australier David Guess noch hinzu bekommen haben.

Durch die frühe Saison ist die holländische Liga in diesem Jahr noch ohne Punktspielbetrieb gewesen, so dass der typische Vorteil, den die Niederländer zu diesem frühen Saisonzeitpunkt gegenüber den deutschen Clubteams oft haben, dieses Jahr nicht vorhanden ist. Und Alster hat beim Trainingslager in Barcelona gut gearbeitet. Bloemendaal sei als Titelverteidiger und mit der immer noch exzellenten personellen Besetzung (u.a. die mehrfachen Welt-Hockeyspieler Teun de Nooijer und Jamie Dwyer) zwar Favorit, aber sein Team könne dem auf Augenhöhe begegnen, meint der durchaus optimistische Jo Mahn.

 

UHC mit noch einmal stark verjüngter Mannschaft in der EHL

Auch Mahns UHC-Kollege Martin Schultze traut Alster einiges zu, zumal die Bloemendaaler sich am Wochenende beim adidas Cup in Nürnberg nicht mit Ruhm bekleckerten: „Wenn die nicht nur geblufft haben, dann hat Alster eine gute Chance!“ Schultze selbst wollte aber noch nicht über ein mögliches Viertelfinale gegen den Lokalrivalen spekulieren, weil er seinem Team eingebläut hat, dass das Achtelfinale gegen die Waterloo Ducks aus Belgien erst einmal die volle Konzentration erfordert. Die Ducks hatten bereits mehrere Pflichtspiele in der belgischen Liga (Belgien hatte sich nicht für die WM in Indien qualifiziert) und haben alle klar gewonnen.

Schultze: „Das sagt noch nicht so viel aus. Wir wissen aus den bisherigen EHL-Partien der Ducks aber, dass die einen starken Konter und sehr gute Strafecken haben. Wenn wir uns nicht zu naiv im Kreis anstellen und unsere vorn zweifellos vorhandene Durchschlagskraft nutzen können, dann sollten wir das aber gewinnen können.“ Allerdings hat sich der UHC-Kader noch einmal verjüngt, nachdem Eike Duckwitz und der Neuseeländer Shea McAleese in der Rückrunde nicht zur Verfügung stehen und auch Moritz Falcke wegen der Doppelbelastung aus Beruf und Leistungssport seinen Rücktritt erklärt hatte.

Zudem fällt Vize-Weltmeister Philip Witte nach seinem Muskelfaserriss im WM-Endspiel von Neu Delhi weiterhin aus. „Die Truppe ist wirklich schon extrem jung jetzt“, so der UHC-Trainer. „Ich hoffe, dass die gute Qualität der jungen Leute sich trotz der internationalen Unerfahrenheit durchsetzt.“ Schultze hofft zudem, dass Jonas Fürste (leichte Zerrung) und Ricardo Nevado (Schienbein-Reizung) bis zum Wochenende fit werden, damit der Kader nicht noch weiter ausgedünnt wird.

 

Kölns Keeper Max Weinhold wieder fit nach der WM-Verletzung

Kölns Vize-Weltmeister und Olympiasieger Tobias Hauke: „Wir haben uns deren Erstrundenspiel gegen den schottischen Meister Kelburne noch einmal angeschaut. Pembroke ist eine extrem kampfstarke Mannschaft, die vor allem auf Konter spielt und vorn drei sehr starke Stürmer hat. Trotzdem ist es ja kein Geheimnis, dass wir als hohe Favoriten in das Spiel gehen!“ Personell sind bei den Rot-Weissen alle Mann an Bord. Auch Nationalkeeper Max Weinhold hat nach seiner bei der WM erlittenen Knieverletzung schon wieder beschwerdefrei trainieren können.

Zuvor war sein Stellvertreter Peter Schlich vorwiegend eingesetzt worden – so auch beim adidas Cup am Wochenende in Nürnberg – und machte seine Sache sehr gut. „Wir fahren jetzt mit zwei erstklassigen Torhütern nach Rotterdam“, so Hauke. Der Mittelfeld-Regisseur hatte für sich und seine WM-Mitstreiter Jan Marco Montag und Benjamin Weß befürchtet, dass die EHL zu früh nach der WM käme, um volle Motivation aufzunehmen: „Aber das ist nicht der Fall. Wir sind extrem heiß und freuen uns auf dieses Highlight in Rotterdam!“

Donnerstagfrüh reist das Team in die Niederlande und wird dort auch noch einmal auf dem Platz trainieren. Den liebt vor allem Top-Star Christopher Zeller, der auf dem Center-Court in Rotterdam (der Club verfügt über sieben Kunstrasenplätze) mit dem HC Bloemendaal mal sechs Tore in einem Ligaspiel erzielte. Gegen die Iren wollen die Kölner vor allem über 70 Minuten das Spiel- und Passtempo hoch halten, um die unangenehme Innenverteidigung der Wanderers vor Probleme zu stellen.

Eigentlich ist es dem Team verboten, schon auf das Viertelfinale voraus zu schauen, das Ostermontag stattfindet. Doch fest steht, dass da dann noch deutlich schwerere Brocken lauern. Köln würde im Falle eines Sieges über Pembroke auf den Sieger der Partie zwischen dem HC Reading aus England und Real Polo Barcelona treffen. Da bei Reading beide Mantell-Brüder sich im Zuge der WM schwer verletzten und ausfallen, hat Barcelona, mit dem deutschen Olympiasieger und Vize-Weltmeister Matthias Witthaus, die Favoritenstellung.

Ein Duell mit dem sonst in Köln lebenden und studierenden Witthaus wäre natürlich auch für die Nationalmannschaftskollegen von Rot-Weiss ein tolles „Schmankerl“ für das Entscheidungsspiel um die Final-Four-Teilnahme über Pfingsten.

 
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Berichte

» Finale: UHC - Rotterd. 3:1
» Halbf.: UHC - Barcel. 3:2
» Vorschau EHL-Final-Four
» Viertelf.: Bloem. - UHC 3:5
» Viertelf.: Polo - Köln 3:2
» Achtelf.: UHC - Waterl. 6:2
» Achtelf.: Bloem.-Alster 6:2
» Achtelf.: Köln - Pembr. 3:0
» Vorschau Achtelfinals
» Bloemendaal - Alster 2:1
» Köln - Terrassa 3:2
» Köln - Bra 11:1
» Alster - Wettingen 5:1
» Poznan - UHC 2:3
» UHC - Glenanne 4:1
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» Spielplan | Ergebnisse


» Foto-Galerie

Endstand
1. UHC Hamburg
2. HC Rotterdam
3. Amsterdam H&BC
4. RC Polo de Barcelona
Punkte

Für die EHL Gruppenphase gilt folgende Punkteverteilung:


Sieg 5 Punkte
Unentschieden 2 Punkte
Niederlage mit ...
Tordifferenz ≤ 2 Tore 1 Punkt
Tordifferenz > 2 Tore 0 Punkte

 

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