Samstag, 28. Januar - Sonntag, 5. Februar in Rosario

20. Champions Trophy


Sonntag, 5. Februar 2012 - 17:30

Niederlande - Deutschland   5 : 4   (5:2)


DHB-Team verdient sich Respekt für tolle Aufholjagd

Rosario, 5. Februar, Champions Trophy, um Platz 3: NED - GER 5:4 (5:2)

05.02.2011 - In einem extrem unterhaltsamen und spannenden Match hat das deutsche Damenteam am Sonntag das „kleine Finale“ bei der Champions Trophy in Rosario gegen die Niederlande, den Europameister und Olympiasieger von 2008, denkbar knapp mit 4:5 (2:5) verloren. Dabei begünstigten die Deutschen die Holländerinnen bei ihren fünf Toren in der ersten Halbzeit durch zum Teil krasse individuelle Fehler, verdienten sich aber großen Respekt damit, dass sie durch Tore von Natascha Keller (2), Maike Stöckel und Celine Wilde die Begegnung noch einmal richtig spannend machten und am Ende sogar das 5:5 auf dem Schläger hatten.

 

Bundestrainer Michael Behrmann hatte schon vor der Partie ein Trophy-Resümee gezogen: „Wir sind erst am Anfang unserer Hockey-Vorbereitung auf Olympia. Da kann und wird noch was kommen. Wenn man zurückschaut, waren wir seit der Europameisterschaft einen guten Monat (inkl. Champions Trophy und Vorbereitung) mit der Mannschaft gemeinsam beim Training, Mit dem athletischen Zustand und der Körpersprache kann man als Zwischenstand erst mal zufrieden sein. Da hat die Mannschaft seit der EM gut gearbeitet. Insofern sind wir ein kleines Stück des Weges in Richtung erfolgreiche Olympische Spiele bislang gegangen.

Die Konkurrenz im Kader ist gesund und groß. Alle Spielerinnen haben super mitgearbeitet und auch die Spielerinnen, die sich beim Chile-Lehrgang nicht für die Trophy qualifiziert haben, sind ja hier in Rosario geblieben. Sie haben täglich zwei bis drei Mal trainiert, super mitgezogen und die Woche hervorragend genutzt. Wenn man an die Temperaturen in Deutschland aktuell denkt, dann war die Entscheidung, alle hierzubehalten, absolut richtig. So geht die intensive Vorbereitung nach eine kurzen Regenerationsphase für alle Mitte Februar weiter. Hoffentlich können wir dann in Deutschland auch wieder Feldhockey trainieren.“

 

Die Deutschen hatten die bessere Startphase in diese Partie, schnürten die Holländerinnen mit guten Versuchen über rechts im eigenen Viertel ein. Allerdings brachte ein krasser Fehlpass von Müller dann nach vier Minuten einen holländischen Konter, der zur ersten Ecke führte. Wilde lief zu früh raus und musste an die Mittellinie. Doch Reynolds hielt ganz stark gegen den harten Schlag von Welt-Hockeyspielerin Maartje Paumen.

Es dauerte ein paar Minuten, ehe sich die Deutschen wieder befreien konnten von der holländischen Umklammerung. Doch auch danach waren es nun die Oranje-Damen, die mehr pressten. Und dann ließ sich Hannah Krüger am linken Kreisrand zu einfach von Maartje Goderie ausspielen, die freie Bahn Richtung Tor hatte und mit einem krachenden Schlag über Reynolds Schulter zur inzwischen verdienten Führung traf (11.).

Krüger holte aber kurz danach die erste Ecke für das DHB-Team heraus. Doch ein kompletter Lapsus ließ das Stopperpaar den Ball nicht nur nicht anhalten, sondern ganz durchlaufen. Holland konnte dadurch in großer Überzahl kontern und spielte den Angriff perfekt herunter, bis Dirske van den Heuvel am rechten Pfosten in einen Querball rutschte und zum 2:0 vollendete (14.). Die Abwehr machte es den holländischen Angreiferinnen in dieser Phase viel zu einfach. Velten durfte in der 17. Minute von der Mittellinie an drei Deutschen vorbeimarschieren. Reynolds hielt den ersten Schlag von rechts noch bravourös, hatte aber gegen ihren Nachschuss von halbrechts dann keine Chance mehr.

Wie paralysiert standen die DHB-Akteure auch in der 20. Minute, als Kittie van Male im Rücken von Julia Müller völlig frei stand und einen harten Pass an den langen Pfosten nur einzublocken brauchte. Immerhin gab sich deutsche Team trotz des frustrierenden Rückstands nicht auf. Lydia Haase holte in der 23. Minute die zweite Ecke. Doch Rinnes flacher Schlenzer ging knapp links neben das Tor.

Doch Maike Stöckel holte in der 25. Minute Ecke Nummer drei heraus. Dieses Mal stach sie selbst den von Rinne angespielten Ball über die holländische Keeperin hinweg ins Tor zum 1:4 (26.). Und nur 100 Sekunden später war es wieder Stöckel, die einen Freischlag in den Kreis stach, wo Keller den Ball mit einem traumhaften Volleyschlag ins lange Eck zum 2:4 (28.) beförderte - ihr 200. Länderspieltor!

Doch immer wieder waren es Aussetzer in der Hintermannschaft, die die gute Offensivleistung zunichte machten. Ein krasser Fehlpass ohne Bedrängnis brachte in der 30. Minute Holland wieder in gute Position. Reynolds hielt sensationell gegen van den Heuvels Stecher, aber Marilyn Agliotti konnte im unedrängten Nachschuss einfach einschlenzen. Vorn blieb es ansehnlich. Mävers konnte – nach tollem Steal von Hahn – in höchster Not am Kreisrand noch von Paumen gestoppt werden (33.).

Es blieb beim 2:5 zur Pause. Ein völlig unnötig hoher Rückstand, stark begünstigt durch krasse individuelle Fehler in der – beim Sieg über Japan im Viertelfinale noch so starken – deutschen Hintermannschaft, in der die Abstimmung nicht passte. Es blieb auch nach der Pause zu einfach für die Holänderinnen, an der deutschen Abwehr vorbei zu kommen. Van Ass und Goderie machten das mit einfachen Doppelpässen häufig vor.

Glück, dass Goderie in der 39. Minute die Kugel bei freier Schussbahn nicht richtig traf. Nach vorn ging immer mal wieder etwas. So kam Mävers in der 41. Minute nur etwas zu spät, um eine harte Flanke einstechen zu können. Keller wurde in der 45. Minute am Kreisrand gestoppt, wäre sonst durch gewesen. Auf der anderen Seite traf Torschützin Kittie van Male mit einer Rückhand von links nur das Außennetz. Van Ass verfehlte kurz darauf aus spitzen Winkel von rechts nur knapp das Tor.

Vorn war es oft Lisa Hahn, mit der die Holländerinnen nicht klar kamen. Sie bereitete in der 49. Minute auf der rechten Grundlinie für Wilde vor, die aber einen Schritt zu spät kam, um aus vier Metern zu vollstrecken. Auf der anderen Seite wollten sich die Holländer per Videobeweis eine weitere Strafecke holen. Die Videoschiedsrichterin gab diese nicht, worauf Paumen wegen Meckerns mit Grüner Karte für zwei Minuten vom Platz musste. Und die DHB-Auswahl nutzte die Überzahl in letzter Sekunde. Keller war am rechten Kreisrand völlig frei und ließ der Torfrau mit ihrem harten Schlag keine Chance.

Es stand nur noch 3:5. Und dann holte sich das DHB-Team per Videobeweis seine dritte Ecke durch Hahn. Und tatsächlich konnten die Deutschen auf 4:5 verkürzen, als Stöckel und kurz vor der Torlinie Celine Wilde den Rinne-Schlenzer ins lange Eck lenkten. Im Gegenangriff übersah de la Fuente ein Fuß der Holländerinnen vor der Viertellinie, so dass die Oranjes sich die nächste Ecke holen konnten. Die wehrten die Deutschen aber gut ab. Ärgerlich, dass Schütze dann eine Grüne Karte kassierte.

Die Holländerinnen drückten, aber Deutschland konterte. Hahn zog erneut auf der Grundlinie an drei Holländerinnen vorbei, aber Stöckel scheiterte mit dem Abschluss an der Torfrau. Das wäre fast der Ausgleich gewesen. Die Holländerinnen wackelten nun. Immer wieder rannten die Deutschen an, holten gute Chancen heraus und zwangen die niederländischen Aufbauspielerinnen zu für sie ungewöhnlichen Fehlern. Natürlich gab es dadurch auch Raum für Konter. Glück, dass Welten sechs Minuten vor Ende etwas zu steil eingesetzt wurde.

So blieb es extrem spannend. Für die letzten drei Minuten brachte Behrmann dann noch Hasselmann als elfte Feldspielerin, um den Druck zu erhöhen. Wilde hatte noch eine gute Chance am rechten Pfosten, bekam aber, umringt von Abwehrspielerinnen keinen Pass mehr an eine Mitspielerin. Und die größte Chance hatte Stöckel 40 Sekunden vor Schluss, als ihr Schuss nur hauchdünn über den langen Pfosten strich. Es hätte Siebenmeter geben können, vielleicht müssen, weil eine Holländerin ihr dabei von hinten den Schläger in den Schlag hielt, aber Frances Block sah dieses Vergehen nicht.

So blieb es beim 4:5 – und die Deutschen hatten sich mit der Energieleistung in der zweiten Hälfte großen Respekt verdient.

 

Tore:

1:0 Maartje Goderie (11.)

2:0 Dirske van den Heuvel (14.)

3:0 Lidewij Welten (17.)

4:0 Kittie van Male (19.)

1:4 Maike Stöckel (KE, 26.)

2:4 Natascha Keller (28.)

2:5 Lidewij Welten (30.)

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3:5 Natascha Keller (54.)

4:5 Celine Wilde (KE, 55.)

 

Ecken:

NED 3 (keine Tore) / GER 4 (2 Tore)

 

Grüne Karten:

NED 1 / GER 1

 

Schiedsrichter:

Carolina de la Fuente (ARG) / Frances Block (GBR)

 
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Spieltermine Deutschland
Samstag, 28.01.2012 - 17:30
    » GER - KOR   4:2 (3:2)
Sonntag, 29.01.2012 - 20:00
    » GER - ARG   2:4 (0:3)
Dienstag, 31.01.2012 - 17:30
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Donnerstag, 02.02.2012 - 15:00
    » GER - JPN   3:2 (3:0)
Samstag, 04.02.2012 - 17:30
    » GBR - GER   2:0 (1:0)
Sonntag, 05.02.2012 - 17:30
    » NED - GER   5:4 (5:2)

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