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Jugendschiedsrichterausbildung im WHV
WHV-SRA versucht neue Wege der Nachwuchsgewinnung
Sportlicher Erfolg über einen längeren Zeitraum ist in jeder Sportart nur zu erreichen, wenn kontinuierlich gute Nachwuchsarbeit geleistet wird. Dies gilt ebenso für den Hockeysport und dort auch für das Schiedsrichterwesen. Dieser Herausforderung stellt sich der WHV-SRA schon seit geraumer Zeit und die Nominierungen für Jugendturniere, wie beispielsweise der Franz-Schmitz-Pokal oder der Hessenschild und die dort erbrachten guten Leistungen bestätigen den Erfolg.
Auch bei dieser Arbeit gilt das geflügelte Wort „Ohne Fleiß kein Preis“. Aus diesem Grund hat sich der Jugendschiedsrichterreferent Ben Göntgen dazu entschieden, dem Vorbild anderer Verbände bzw. dem DHB zu folgen und in einem Jugend-SRA die Mitarbeit von jungen Kollegen zu suchen. Mit den Schiedsrichtern Gregor Küpper, Denis Scharwächter, Tobias Schmidt und Laszlo Gardeler hat er ein Team zusammengestellt, das sich neuen Konzepten der Ausbildung des Schiedsrichternachwuchses widmet.
Eine der ersten Maßnahmen dieses jungen Teams unter Unterstützung des WHV-SRAs war die Durchführung eines 2tägigen Videoschiedsrichterlehrgangs mit 15 Schiedsrichtern anlässlich der Uhlen-Open über Pfingsten. Hierbei wurden die Spiele in vollem Umfang mit Video aufgenommen und anschließend mit den angesetzten Schiedsrichtern analysiert. "Diese Beobachtungsmöglichkeit ist klasse", so der allgemeine Tenor der Schiedsrichter. "Ich kann bestätigen, dass die Schiedsrichter, die ihre Fehler per Video aufgezeigt bekommen, diese wesentlich eher abstellen, als wenn man sie in einer "normalen" Beobachtung anspricht! Daher bin ich dem HTC Uhlenhorst sehr dankbar, der uns bei diesem Turnier fantastisch unterstützt und uns sogar den Videoturm im Hockeystadion überließ.", so Ben Göntgen. "Leider wurde im Rahmen der Vorbereitung des Lehrgangs auch aktuell ein Problem deutlich, von dem ich hoffe, dass wir es mit den Vereinen gemeinsam erfolgreich beseitigen können. Durch die verschiedenen Ausbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise den Theorielehrgängen, können wir eine große Anzahl an Interessenten gewinnen“, so der Jugendschiedsrichterreferent, „jedoch konnten wir zu diesem praktischen Lehrgang leider lediglich zwei Neu-Schiedsrichter begrüßen. Es fehlte dieses Jahr einfach an Resonanz von Interessenten." Für den WHV-SRA ist jedoch jede Möglichkeit für einen praktischen Lehrgang wichtig, so dass dann das Feld der Schiedsrichter erweitert wurde und daher einige Damen-Oberliga-Schiedsrichter des WHV in den Genuss einer weiteren Ausbildungsmaßnahme kamen.

Da dieses Turnier schon jetzt im Kalender des nächsten Jahres für einen weiteren Lehrgang fest gebucht ist, erhofft sich der Jugendschiedsrichterreferent eine verstärkte Unterstützung der Vereine, so dass dann eine größere Anzahl an neuen Nachwuchsschiedsrichter nach erfolgreichem Abschluss in den Jugendschiedsrichterkader aufgenommen werden.
Da das Ziel des WHV-SRA nicht nur die Gewinnung neuer Schiedsrichter, sondern auch die Aus- und Weiterbildung vielversprechender Nachwuchsschiedsrichter für eine Karriere im Verband bzw. in Richtung des DHB ist, ist im Gespräch zwischen Ben Göntgen und dem neuen "alte" Jugendsportwart Leistungssport, Dr. Dietmar Alf, die Idee aufgekommen "wieso nicht auch einen Schiedsrichterlehrgang abhalten, wenn die Auswahlmannschaften ihren Kaderlehrgang bestreiten?". Dieser Überlegung gab es schon länger, ist aber nie wirklich ernsthaft in Erwägung gezogen worden. Vor dem Hintergrund der letztjährigen Erfahrungen mit dem Schiedsrichter-Leistungskader als Ausbildungsschwerpunkt, hatte sich der neu formierte Jugendschiedsrichterausschuss Gedanken darüber gemacht, wie man denn nun zwischen all den potentiellen Kandidaten für die DHB-Jugend die Auswahl für den DHB-Jugend-Lehrgang treffen solle. Und da kam Dietmars Idee gerade recht.
Also trafen sich vom 1.-3. Juni vier jugendliche Schiedsrichter mit drei Ausbildern/Beobachtern in der Sportschule Wedau und führten eine Ausbildungsmaßnahme mit dem weiblichen U16-Kader durch, die zeitgleich ihren Feldlehrgang bestritten. Freitagabend stand nach kurzem "Hallo-Sagen" bereits die Fitness- und Regelüberprüfung auf dem Plan - an diesem Wochenende musste jeder Teilnehmer pro Tag einen Regeltest und einen Lauftest ablegen. Neben den Nachbesprechungen der Regeltests kamen Videoschulungen nicht zu kurz. So bekamen die vier Schiedsrichter zahlreiche Lehrvideos aus der Bundesliga und dem internationalen Bereich präsentiert und diskutierten eifrig über die gezeigten Situationen, ehe ihnen Lehrgangsleiter Gregor Küpper die korrekte Entscheidung und Regelauslegung verriet. Neben der Theorie kam jedoch auch die Praxis an diesem Wochenende nicht zu kurz. So wurden die Trainingsspiele des Kaders durch die jungen Kollegen geleitet und anschließend die Videoaufnahmen – die schon zur Selbstverständlichkeit bei diesen Maßnahmen gehören- analysiert. Auch hier zeigte es sich erneut, wie hilfreich es ist, sich selber aus der Außensicht heraus zu beobachten und die Schlüsse daraus zu ziehen.
Eine Beobachtung am Rande sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Eine wichtige Philosophie für Mannschaften und Schiedsrichter ist, dass sie gemeinsam Teil des Hockeyspiels sind und somit auch gemeinsam auf dem Platz stehen. Daher ließen es sich die Schiedsrichter nicht nehmen, jeden Morgen um 07.30 Uhr mit den Spielerinnen den morgendlichen Waldlauf zu absolvieren.
Rückblickend, so Gregor Küpper, „war dies ein gelungener Start eines Pilotprojektes, das Hoffnung auf mehr macht. Auch wenn es an den einen oder anderen Stellen Optimierungsbedarf gibt“, so der Lehrgangsleiter, „ so freue ich mich schon jetzt auf weitere Maßnahmen mit den U16-Kadern. Ich bin sicher, dass alle Beteiligten – Mannschaften, Trainer und Schiedsrichter – hiervon profitieren werden, was sich dann auch hoffentlich bei den Länderpokalen positiv auswirkt. “
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