Hockey Historie

Historie DHB

Die DHB-Historie im Überblick

100 Jahre Verbandsgeschichte

 

31. 12. 1909: Im Rahmen einer internationalen Hockeywoche in Bonn wird der Deutsche Hockey-Bund von einer Reihe ab 1901 gegründeter Clubs ins Leben gerufen.

26. 3. 1910: Der DHB konstituiert sich auf dem 1. Bundestag in Hamburg offiziell mit dem Zweck der Förderung des Hockeysports. Als erster Präsident des DHB wird der Berliner Kurt Doerry gewählt. Bis Mitte der 20er Jahre regelt der DHB auch die Belange des Eishockeys in Deutschland.

1914: In fast allen größeren Städten entstehen bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges insgesamt 70 Vereine. Diese Entwicklung wird jedoch durch den Krieg unterbrochen.

1919: Auf dem 6. Bundestag am 31.5./1.6. in Leipzig wird als Folge der politisch-geographischen Neuordnung Deutschlands nach Ende des 1. Weltkrieges die Einteilung in sieben Regionalverbände festgelegt. Auch die Schaffung einer Satzung wird beschlossen, die den DHB als „Zusammenschluss von deutschen Hockeyvereinen“ definiert.

1922: Nach Kriegsende ist im Hockey ein enormer Aufwärtsschwung zu sehen, was die Zahl der Vereine im Jahr 1922 beweist. Es gibt ca. 400 Vereine in Deutschland, mit jedoch starken regionalen Unterschieden bezüglich der Dichte.

1928: Der Beitritt des DHB zur Fédération Internationale de Hockey sur gazon (FIH) im März 1928 findet in Deutschland keine ungeteilte Zustimmung, ist aber für die Teilnahme am olympischen Hockeyturnier unerlässlich.

1928: Bei den IX. Olympischen Spielen in Amsterdam gewinnt die deutsche Herrenmannschaft Bronze und damit die erste olympische Medaille für den DHB. Olympiasieger wird Indien.

1933: Nach der „Machtergreifung“ der NSDAP kommt es zu einer Neuordnung im deutschen Sport. Es gilt das Führerprinzip, das das Selbstverwaltungsprinzip von Vereinen, Verbänden und des DHB ablöst. Es gibt für alle Vereine eine Einheitssatzung, um die Ideologie der damaligen Zeit durchzusetzen. Vom Reichssportkommissar werden durch Erlass 15 Fachverbände gebildet. Der Fachverband 6 „Deutscher Tennis- und Hockeyverband“ betreut die Sportarten Tennis, Hockey, Golf und Tischtennis. Der 18. Bundestag am 22. 10. 1933 beschließt die Auflösung des DHB und der Regionalverbände. Im deutschen Sport erfolgt nunmehr die regionale Gliederung in 16 Gaue.

1935: Der „Eichenschild“ für Damenauswahlmannschaften der Gaue wird gestiftet – als Gegenstück zum bereits 1907 gegründeten „Silberschild“ der Herren – und ab 1936 jährlich ausgespielt.

15. 8. 1936: Beim Hockeyturnier der XI. Olympischen Spiele in Berlin erreicht die deutsche Mannschaft das Finale, ist dort jedoch gegen die übermächtigen Inder chancenlos und unterliegt mit 1:8.

1937: Obwohl von den Gauvertretern mehrheitlich abgelehnt, werden auf Anordnung des Reichssportführers ab dem Spieljahr 1936/37 Deutsche Meisterschaften der Herren ausgetragen. Teilnehmer sind die Gaumeister, gespielt wird nach dem K.O. - System. Erster Deutscher Meister wird der Berliner SC. Während des Krieges bis 1944 finden „Deutsche Kriegsmeisterschaften“ statt.

1939: Das Fachamt Hockey beschließt die Austragung einer Deutschen Meisterschaft auch für Damenmannschaften, erster Meister wird Rot-Weiß Berlin.

1945: Nach Kriegsende gibt es große Probleme, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Dies liegt nicht nur an den Bestimmungen der Besatzungsmächte, sondern es fehlt an Schlägern, Bällen und Spielkleidung. Eine der größten Schwierigkeiten ist es, bespielbare Plätze zu finden.

1947: Ab 1947 beginnen die ersten Neugründungen der Landesverbände.

8. 10. 1948: Es entsteht die Sparte Hockey im Deutschen Sportausschuss, der Dachorganisation des Sports in der Sowjetischen Besatzungszone. Auf Grund der politischen Bedingungen entfernen sich auch die beiden deutschen Hockeyverbände in Ost und West mehr und mehr von einander.

10. 12. 1949: In Köln wird der Deutsche Hockey-Bund neu gegründet. Paul Reinberg (Hamburg) wird einstimmig zum ersten Nachkriegspräsidenten des DHB gewählt.

12. 6. 1949: In Köthen werden die ersten Feldhockeymeisterschaften der Ostzone ermittelt: Meister werden die Herren der SG Union Köthen und die Damen der ZSG Industrie Leipzig. Ab 1951 werden alljährlich auch DDR-Meisterschaften der Damen und Herren sowie der weiblichen und männlichen Jugend im Hallenhockey ausgetragen.

1949: Der DHB beginnt eine jährliche deutsche Vereinsmeisterschaft für Damen und Herren auszurichten. Erster deutscher Feldhockeymeister wird bei den Damen das Team des Harvestehuder THC und bei den Herren die Mannschaft von Uhlenhorst Mülheim. 1962 kommen zusätzlich die nationalen Meisterschaften im Hallenhockey hinzu.

1951: Der DHB wird wieder in die FIH aufgenommen. Ab 1.1.1951 treten in Deutschland die Regeln der FIH von 1949 in Kraft.

1956: Die deutsche Herren-Nationalmannschaft wird in Melbourne überraschend Dritter des olympischen Hockeyturniers und holt die erste Nachkriegsmedaille für den DHB.

12. 3. 1960: Zuschauerrekord: 54000 zahlende Zuschauer sehen den 3:1-Erfolg der englischen Damen im „Match of the year“ gegen die DHB-Auswahl im Londoner Wembley-Stadion.

1960: Das Internationale Olympische Komitee lässt nur eine deutsche Delegation bei den XVII. Olympischen Spielen in Rom zu. Wie in vielen anderen Sportarten kommt es auch im Hockey zu einer innerdeutschen Ausscheidung. Erst nach vier Spielen setzt sich die favorisierte DHB-Elf gegen die DHSV-Auswahl durch und erlangt die olympische Startberechtigung.

1964: Vier Jahre später das gleiche Prozedere. Diesmal gewinnt die Auswahl des DHSV, die sich – wiederum nach vier Ausscheidungsspielen – gegen das Team des DHB durchsetzen kann. Die DDR-Mannschaft belegt bei den XVIII. Olympischen Spiele in Tokio den beachtlichen 5. Platz. Ein Jahr darauf beschließt das IOC, dass künftig zwei deutsche Delegationen bei Olympischen Spielen teilnehmen können.

1968: Im Rahmen des olympischen Hockeyturniers von Mexiko-City kommt es am 17. 10. zum einzigen offiziellen Länderspiel zwischen den Mannschaften der beiden deutschen Verbände, das die DHB-Auswahl mit 3:2 gewinnt. Am Ende belegt das Hockeyteam der Bundesrepublik den vierten Platz, die DDR wird Elfter. Das Ergebnis dieser Spiele führt in der DDR zum so genannten „Leistungssportbeschluss“: Die Förderung des Hockeysports wird drastisch eingeschränkt, internationale Spiele sind nur noch mit den „sozialistischen“ Ländern möglich.

1969: Im September fällt der Startschuss für die neu gegründete Feldhockey-Bundesliga der Herren. In diesem Jahr finden erstmals auch jährliche nationale Feld- und Hallenmeisterschaften für Jugendliche statt. Die ersten Feldhockeymeister im DHB sind in der männlichen Jugend A der SSV Ulm und in der weiblichen Jugend der 1. Hanauer THC.

27. 9. 1970: Die erste Europameisterschaft endet mit einem Triumph für die deutschen Herren. In Brüssel schlagen sie im Endspiel die Niederlanden mit 3:1. Bis heute sind fünf weitere Feld-EM-Titel dazugekommen.

1971: Nun gibt es auch im Hockey offizielle Weltmeisterschaften. Die FIH veranstaltet im Oktober in Barcelona ihr erstes WM-Turnier für Herren, schon zwei Monate vorher geht die WM-Premiere der Damen des eigenständigen Damenweltverbandes IFWHA in Auckland über die Bühne.

10. 9. 1972: Bei den XX. Olympischen Spielen in München werden die deutschen Hockey-Herren erstmals Olympiasieger. Im Endspiel gegen Pakistan erzielt Michael Krause in der 60. Minute per Strafecke das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg. Erstmals seit 1920 kommt damit ein Hockey-Olympiasieger nicht aus Indien oder Pakistan.

1974: Mit Ausspielung der ersten Hallen-Europameisterschaft der Herren (in Berlin) beginnt eine unvergleichliche Siegesserie. Sämtliche zwölf EM-Turniere bis zur Gegenwart werden von deutschen Herrenteams gewonnen. Kaum schwächer die Bilanz der Damen: Auch sie holen bis Ende 2007 zwölf Hallen-Europameistertitel, müssen sich aber einmal (1996 gegen England) geschlagen geben.

30. 5. 1976: Bei der 2. FIH-Weltmeisterschaft der Damen in Berlin gelingt dem Damenteam der nächste große Triumph für den DHB. Deutschland schlägt im Endspiel Argentinien durch zwei Tore der Braunschweigerin Gudrun Scholz mit 2:0 und ist erstmals Weltmeister.

1976: In Hamburg finden vom 23. bis 26. September die ersten Europameisterschaften der EHF für Junioren (U21) statt. Das DHB-Team holt Bronze.

12. 6. 1977: EM-Premiere auch für die weibliche U21. Die deutschen Juniorinnen schlagen im Endspiel in Wien die Vertretung der Niederlande nach Siebenmeterschießen und werden erster Europameister.

1980: Damenhockey wird olympisch. Doch leidet das erste Turnier in Moskau ganz erheblich unter dem Olympia-Boykott vieler westlicher Staaten (auch der Bundesrepublik Deutschland). Fast die komplette Weltspitze, darunter die DHB-Damen, fehlt. Die international kaum bekannte Mannschaft von Zimbabwe wird erster Damenhockey-Olympiasieger.

5. 4. 1981: Zweiter Weltmeistertitel für die deutschen Damen. Bei der 4. FIH-WM in Buenos Aires bezwingen sie die Niederlande im Endspiel nach Verlängerung (1:1) und Siebenmeterschießen (3:1).

28. 8. 1982: Bei der 2. Junioren-Weltmeisterschaft in Kuala Lumpur steht die DHB- Mannschaft nach dem 4:1-Endspielsieg über Australien ganz oben. Es ist der Auftakt einer beeindruckenden Serie von vier WM-Titeln in Folge, denn es gibt danach auch Siege 1985 in Vancouver, 1989 in Ipoh und 1993 in Terrassa.

11. 4. 1986: In Lahore gewinnen die deutschen Herren erstmals die prestigeträchtige Champions Trophy, das jährliche Turnier der sechs weltbesten Mannschaften.

30. 7. 1989: Die weibliche Seite zieht nach: Bei der ersten Weltmeisterschaft der Juniorinnen setzt sich die deutsche U21 die WM-Krone auf. Im Endspiel in Ottawa wird Südkorea mit 2:0 geschlagen.

3. 11. 1990: Einen Monat nach der politischen Wiedervereinigung von Ost und West folgt jene im Hockey: Die Landesverbände der fünf neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden in einem Außerordentlichen Bundestag in Hürth feierlich in den DHB aufgenommen. Zuvor war auf einem Außerordentlichen Verbandstag des DHSV die Auflösung des Hockeyverbandes der DDR beschlossen worden.

8. 8. 1992: Die deutsche Herren-Nationalmannschaft holt sich in Barcelona/Terrassa zum zweiten Mal die olympische Goldmedaille. Im Finale wird Australien mit 2:1 besiegt. Am Tag zuvor waren die deutschen Damen beim Griff nach Gold nur ganz knapp gescheitert (1:2 nach Verlängerung gegen Gastgeber Spanien). Mit Gold und Silber sind die Olympischen Spiele 1992 die erfolgreichsten in der Geschichte des DHB.

1. 6. 2000: Als erste Deutsche wird Natascha Keller als FIH-Welthockeyspielerin des Jahres (1999) ausgezeichnet. Diese Ehre erfahren später auch bei den Herren Florian Kunz (2001) und Michael Green (2002) sowie in der Nachwuchskonkurrenz (U23) Tibor Weißenborn (2001), Christopher Zeller (2006) und Maike Stöckel (2007).

9. 3. 2002: Im zehnten Anlauf klappt es: Die deutschen Herren werden in Kuala Lumpur erstmals Weltmeister im Feldhockey, schlagen im Finale Australien mit 2:1.

9. 2. 2003: Der DHB richtet in Leipzig die ersten Weltmeisterschaften im Hallenhockey aus. Die Veranstaltung wird ein großer Erfolg, vor allem auch in sportlicher Hinsicht: Die deutschen Damen und Herren gewinnen souverän die Titel.

26. 4. 2003: Erstmals eingleisige Bundesliga: Die Feldsaison 2003/04 startet mit neuen Topligen bei den Herren (12 Mannschaften) und den Damen (10 Mannschaften). Diese Umstrukturierung der Bundesliga hatte ein Außerordentlicher Bundestag im Januar 2002 in Duisburg beschlossen. Dagegen läuft die Hallen-Bundesliga seit der Spielzeit 2000/01 in regionalisierter Form (vier Gruppen).

26. 8. 2004: Völlig überraschend gewinnt die deutsche Damen-Nationalmannschaft in Athen die olympische Goldmedaille. Die als krasser Außenseiter gestartete DHB-Auswahl (WM-Siebter 2002) schlägt im Endspiel Topfavorit Niederlande mit 2:1 und wird für dieses Husarenstück von den deutschen Sportjournalisten zur „Mannschaft des Jahres“ gekürt.

17. 9. 2006: Den deutschen Herren gelingt im eigenen Land die WM-Titelverteidigung. Bei der ersten Herren-Weltmeisterschaft auf deutschem Boden kommt es im neu erbauten Nationalstadion in Mönchengladbach im Endspiel zur Neuauflage des WM-Endspiels von 2002, und wieder kann Deutschland Australien besiegen, diesmal 4:3. Mehr als 100.000 Zuschauer an elf Spieltagen machen die 11. WM auch zu einem großen Veranstaltungserfolg.

25. 8. 2007: Erster deutscher Sieg bei einer Feld-Europameisterschaft der Damen. Im Endspiel in Manchester wird Weltmeister Niederlande mit 2:0 bezwungen. Ein Jahr zuvor konnten sich die DHB-Damen erstmals auch bei der Champions Trophy auf die Siegerliste setzen.

23. 8. 2008: Zum dritten Mal gewinnt eine deutsche Herren-Nationalmannschaft olympisches Gold. Nachdem die DHB-Auswahl nach einer verpatzten EM 2007 (Platz 4) erst über ein gewonnenes Qualifikationsturnier den Weg nach China geebnet hatte, schwingt sie sich in Peking nach mäßigem Turnierstart zu Höchstform auf und gewinnt die entscheidenden Spiele dank einer bravourösen Defensivleistung. Im Endspiel gegen Spanien genügt ein frühes Strafeckentor von Christopher Zeller zum 1:0-Sieg.

 

Die DHB-Präsidenten

1909 – 14 Kurt Doerry, Berlin
1914 – 28 Georg Berger, Berlin
1928 – 37 Georg Evers, Berlin
1949 – 67 Paul Reinberg, Hamburg
1967 – 73 Dr. Adolf Kulzinger, Mannheim
1973 – 85 Jürg Schaefer, Frankfurt/M.
1985 – 93 Wolfgang P. R. Rommel, Hamburg
1993 – 99 Michael Krause, Dortmund
1999 – 05 Dr. Christoph Wüterich, Stuttgart
2005 – 15 Stephan Abel, Köln

seit 2015 Wolfgang Hillmann, Köln

 
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